Manfred Weber (CSU) | Bildquelle: dpa

CSU-Machtkampf Weber bringt sich offenbar in Stellung

Stand: 30.11.2017 21:27 Uhr

Seit der Wahlschlappe tobt in der CSU ein Machtkampf, am Montag soll eine Entscheidung über Seehofers Zukunft fallen. Als Nachfolger an der Parteispitze bringt sich laut Medien auch CSU-Vize Weber ins Spiel - zum Missfallen eines Kontrahenten.

Im CSU-internen Machtkampf hat Medienberichten zufolge der bisherige Parteivize Manfred Weber, Chef der konservativen EVP-Fraktion im EU-Parlament, sein Interesse am Vorsitz der Christsozialen bekundet. Er stößt dabei aber offenbar auf Widerstand.

Wie der "Münchner Merkur" und die "Augsburger Allgemeine" berichten, trat der Konflikt am Montag offen zutage, bei einem Treffen führender Mitglieder unter Leitung von Parteichef und Ministerpräsident Horst Seehofer. In dieser Runde hatte früheren Berichten zufolge Innenminister Joachim Herrmann seine Bereitschaft signalisiert, gegen Finanzminister Markus Söder für das Amt des Spitzenkandidaten bei der Landtagswahl 2018 zu kandidieren.

Doch den beiden Blättern zufolge meldete bei dem Gespräch zudem Weber klar seinen Anspruch an, die Partei in die Nach-Seehofer-Ära zu führen. Dafür erntete er laut "Merkur" Widerspruch von Alexander Dobrindt. Der Vorsitzende der Berliner Landesgruppe habe darauf gepocht, dass Seehofer das Amt behalten solle. Dieser habe sich aber auch in diesem kleinen Kreis nicht abschließend über seine Zukunftspläne geäußert. Laut der "Augsburger Allgemeinen" wies auch Seehofer Webers Ansinnen zurück. Weber wollte dies auf Anfrage der Zeitung nicht kommentieren.

Entscheidung wohl am Montag

Spätestens am Montag wird mit einer Aussage Seehofers zu seiner Zukunft gerechnet. Die Landtagsfraktion will dann in einer Sondersitzung mit Seehofer einen Spitzenkandidaten für die Landtagswahl nominieren. In der Fraktion werden Söder deutlich mehr Anhänger und Unterstützer zugeordnet als Herrmann, der bereits CSU-Spitzenkandidat bei der Bundestagswahl war. Die Entscheidung der Fraktion hat allerdings keine bindende Wirkung für den Vorstand. Die finale Entscheidung über den Spitzenkandidaten steht am 15. und 16. Dezember auf dem CSU-Parteitag in Nürnberg an.

In der CSU wird allgemein erwartet, dass sich Seehofer zurückzieht. Ob er das wirklich tut, ist aber nicht klar. Als mögliche Anwärterin für das Amt des Regierungschefs wird in der CSU auch Wirtschaftsministerin Ilse Aigner genannt. Sie zählt - ebenso wie Herrmann - zum Seehofer-Lager. Söder gilt als Seehofer-Rivale.

Seehofer - der Ministerpräsident und Parteichef ist - steht seit dem Absturz der CSU bei der Bundestagswahl massiv unter Druck, mindestens eines seiner Ämter abzugeben. Sollte er den Parteivorsitz abgeben, gilt neben Weber auch Dobrindt als möglicher Nachfolger.

Über dieses Thema berichtete B5 aktuell am 30. November 2017 um 19:45 Uhr.

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