Martin Schulz | Bildquelle: AFP

SPD-Wahlniederlagen Schulz kassiert das 0:2

Stand: 07.05.2017 20:07 Uhr

Im Saarland hat die SPD die Wahl nicht gewonnen. In Schleswig-Holstein hat sie jetzt sogar verloren - krachend gegen einen unbekannten CDU-Mann. "Günther-Effekt" schlägt "Schulz-Effekt". Eine Woche vor der NRW-Wahl läuft es nicht für Martin Schulz.

Von Wenke Börnsen, tagesschau.de

Saarbrücken, Kiel, Düsseldorf, Kanzleramt - das war die Marschroute von Martin Schulz. Doch seine SPD ist vom Weg abgekommen, es läuft nicht. Im Saarland verloren die Sozialdemokraten gegen eine beliebte Amtsinhaberin, das kann passieren. Aber jetzt in Schleswig-Holstein hat die SPD nicht nur nicht gewonnen - sie hat krachend verloren. Regierungschef Torsten Albig ist abgewählt, er verlor gegen einen weitgehend unbekannten CDU-Spitzenmann. Statt Kick aus Kiel ein Knick in Kiel. Nun gut, Schleswig-Holstein war immer schon ein schwieriges Pflaster für Sozialdemokraten, das Land ist traditionell schwarz.

Drei Monate ist Martin Schulz jetzt SPD-Chef, die nach den Gabriel-Jahren verzagte Partei euphorisierte er, zu 100 Prozent steht sie hinter ihm. Doch Schulz lieferte bislang nur Wahlniederlagen, in Gabriels Jahren verlor die SPD keine Staatskanzlei. Innerparteilicher Rausch reicht eben nicht, um Wähler zu überzeugen. Inhalte müssen her. Bislang liefert Schulz viel Unkonkretes, Worthülsen. Nur nach mehr Gerechtigkeit zu rufen, reicht nicht für einen Wahlsieg. Erst Ende Juni will die SPD ihr Regierungsprogramm festzurren - vielleicht zu spät für Hannelore Kraft, die schon nächsten Sonntag ihre rot-grüne Regierung verteidigen muss. Seit 2010 ist das bevölkerungsreichste Bundesland, wie ganz überwiegend seit 1946, fest in SPD-Hand. Es ist die Herzkammer der Sozialdemokratie. Sollte die SPD NRW verlieren, wäre das ein Super-GAU. Die Bundestagswahl kann die SPD dann schon fast vergessen. Ein 0:3 ist kaum aufzuholen.

Martin Schulz zum Wahlergebnis in Schleswig-Holstein
tagesschau24 19:00 Uhr, 07.05.2017

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Alarmglocken im Willy-Brandt-Haus

Übrigens: Der letzte Ministerpräsident, den die SPD verlor, war Peer Steinbrück - und zwar 2005 in NRW. Im Willy-Brandt-Haus läuten daher die Alarmglocken. Die Niederlage im Norden erwischten die Genossen eiskalt. "Das ist etwas, was unter die Haut geht und was uns traurig macht. Wir hatten alle mit einem besseren Ergebnis gerechnet", so Schulz. Er setzt dennoch weiter auf den Gesamtsieg. Dabei könne man schon mal Etappen verlieren. Er rief seine Partei auf, sich nun auf die NRW-Wahl in einer Woche zu konzentrieren. "Da haben wir ab morgen die Arbeit vor uns."

"Die Bundestagswahl ist erst im September", erinnert auch Bundes-Vize Ralf Stegner in den tagesthemen. Die Union sollte sich nicht zu sicher fühlen, schließlich habe sie noch lange nicht gewonnen. "Und mit Martin Schulz haben wir einen sehr sehr guten Kanzlerkandidaten."

Schleswig-Holsteins SPD-Chef Stegner zum Wahlausgang
tagesthemen 22:00 Uhr, 07.05.2017

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Doch Schulz kämpft gegen den Abwärtstrend. Denn in Umfragen sackt der SPD-Hoffnungsbringer nach einem Kurzzeithoch nun stetig ab. War er nach seiner Krönung im März zunächst omnipräsent in den Medien, ist es zuletzt ruhiger geworden. Inhaltlich weiß man weiter nicht, wofür er steht - und: Ihm fehlt eine realistische Machtoption. Nach der Erfahrung aus der Saarland-Wahl rückte die Schulz-SPD wieder ab vom Projekt Rot-Rot-Grün. Bloß nicht noch mehr Wähler verschrecken.

Was bleibt? Für ein Bündnis mit den Grünen dürfte es nach der Bundestagswahl nicht reichen, viel zu schwach präsentiert sich das Duo Özdemir/Peters. Vielleicht liefe es mit einem Spitzenmann Robert Habeck besser - im Norden hat er jetzt gezeigt, wie es geht. Aber die Bundes-Grünen entschieden anders. Die FDP ist eine Option, wenn sie denn wieder in den Bundestag einzieht und wenn sie nicht der CDU den Vorzug gibt. Läuft es aber letztlich nur wieder auf eine Große Koalition hinaus, sind das wenig mitreißende Aussichten für SPD-Wähler.

Und die CDU? Reibt sich die Hände und dürfte aufatmen, nachdem die Schulz-Nominierung sie zunächst kalt erwischt hatte. Vorerst scheint Merkels "Weiter so" zu reichen für die Verteidigung des Kanzleramts. Es läuft für die Union.

Bundespolitische Reaktionen zum Wahlausgang in Schleswig-Holstein
tagesthemen 23:15 Uhr, 07.05.2017, Oliver Köhr, ARD Berlin

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 07. Mai 2017 um 20:00 Uhr.

Autorin

Wenke Börnsen  Logo tagesschau.de

Wenke Börnsen, tagesschau.de

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