Ein kleines zweijähriges Mädchen wird von ihrem Papa getragen

Unterhaltsvorschuss Unwillige Eltern kosten Staat 650 Millionen

Stand: 10.04.2017 15:17 Uhr

Kein Geld fürs eigene Kind: Hunderttausende Eltern in Deutschland kommen ihrer Unterhaltspflicht nicht nach. Dann springt der Staat ein. Das kostet ihn jedes Jahr gut 650 Millionen Euro. Ab Sommer könnte diese Summe sogar noch um weitere Hunderte Millionen steigen.

Wenn Eltern ihren Unterhaltspflichten nicht nachkommen, springt der Staat in vielen Fällen ein. Nach aktuellsten Zahlen kostete das gut 650 Millionen Euro im Jahr, wie das Bundesfamilienministerium einen Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" bestätigte. Die Summe setzt sich demnach so zusammen: Für 2015 lagen die staatlichen Ausgaben bei Bund und Ländern für den Unterhaltsvorschuss bei 843 Millionen Euro. Davon konnten 192 Millionen Euro wieder eingetrieben werden, 651 Millionen Euro dagegen nicht.

Insgesamt mussten im genannten Zeitraum 440.000 Kinder vom Staat unterstützt werden, weil ein Elternteil keinen Unterhalt für sie zahlte, bestätigte das Ministerium. Diese Zahl wird ab Sommer noch deutlich steigen: nach Berechnungen des Ministeriums um etwa 121.000 zusätzliche Kinder. Die Mehrkosten werden sich demnach auf 350 Millionen belaufen.

Unterhaltsvorschuss bis zur Volljährigkeit

Hintergrund: Zum 1. Juli wird die Begrenzung der Bezugsdauer auf sechs Jahre aufgehoben. Zudem wird das Höchstalter von zwölf Jahren bis zum vollendeten 18. Lebensjahr heraufgesetzt. Die Länder hatten die Reform lange blockiert, da sie für die Kosten nicht aufkommen wollten. Vereinbart wurde dann, dass der Unterhalt für ältere Kinder entfällt, wenn Alleinerziehende Hartz IV beziehen und mehr als 600 Euro im Monat verdienen.

Diskussion über Unterhaltsvorschuss
Torsten Huhn, ARD Berlin
10.04.2017 16:34 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 10. April 2017 um 14:00 Uhr.

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