CDU-Chefin Angela Merkel und CSU-Chef Horst Seehofer | Bildquelle: AP

CDU und CSU Merkel ist Unions-Kanzlerkandidatin

Stand: 06.02.2017 11:31 Uhr

Angela Merkel wird gemeinsame Kanzlerkandidatin der Union, heißt es aus Parteikreisen. CDU und CSU bestreiten heute den zweiten Tag ihres Versöhnungsgipfels in München. Das wichtigste Mantra dabei: Geschlossenheit. Zerstritten? Wir doch nicht!

Die Spitzen der beiden Unionsparteien haben nach langem Zögern auf CSU-Seite Angela Merkel zur gemeinsamen Kanzlerkandidatin für die Bundestagswahl im September erklärt. Es habe "einhellige Unterstützung beider Präsidien für die Kandidatur von Merkel gegeben", hieß es aus Teilnehmerkreisen des Treffens in München. Die CDU hatte Merkel bereits Ende vergangenen Jahres zu ihrer Spitzenkandidatin erklärt.

Zur Vorbereitung des gemeinsamen Bundestagswahlkampfes tagen heute die Präsidien der beiden Schwesterparteien in der CSU-Zentrale in München. Merkel hatte bereits im November ihre vierte Kanzlerkandidatur erklärt. Offiziell gekürt wurde die CDU-Chefin dann beim Parteitag im Dezember. Trotz lobender Worte von CSU-Chef Horst Seehofer hatte das Präsidium der Christsozialen Merkel zunächst aber nicht zur gemeinsamen Kandidatin gemacht. Der Parteivorstand hatte dafür erst am vergangenen Montag den Weg geebnet.

Präsidiumssitzung von CDU und CSU
tagesschau 15:00 Uhr, 06.02.2017, Sebastian Kraft, BR

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Dauerstreit um Flüchtlingsobergrenze

Monatelang hatte die CSU die Kanzlerin hingehalten, hatte sich um ein klares Bekenntnis zu ihr gedrückt. Grund dafür war der seit Monaten gärende Dauerstreit um die von der CSU geforderte Obergrenze für Flüchtlinge. Die CDU lehnt diese ab. Das Problem wird auch beim Treffen in München nicht gelöst, es wurde vorsichtshalber gänzlich von den Beratungen ausgeklammert. Stattdessen betonen beide Parteispitzen, dass es bei den vielen Gemeinsamkeiten auch Raum für unterschiedliche Meinungen gebe. Bei dem Treffen sollen aber erste Leitlinien für den Wahlkampf abgesteckt werden - bei den Themen Sicherheit, Wirtschaft, Arbeit. Über die Ergebnisse wollen Seehofer und Merkel am Nachmittag bei einer Pressekonferenz informieren.

Klöckner rät zu Gelassenheit

CDU-Vize Julia Klöckner betonte die große Bedeutung einer geschlossenen Union: "In der deutschen Politik geht es um mehr als um Flüchtlingspolitik." Mit Blick auf die steigenden Umfragewerte der SPD mit ihrem Kanzlerkandidaten Martin Schulz sowie den anstehenden Wahlkampf mit der AfD riet sie der Union zu Gelassenheit. Die Union müsse aber gut vorbereitet sein und mit Themen punkten.

Vor dem Treffen in München bekräftigte CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer die Einigkeit innerhalb der Union. "Wir sind bestens vorbereitet. Und wir warten auf die große Herausforderung für den Wahlkampf", sagte Scheuer im ARD-Morgenmagazin. "Wir haben viele, viele Gemeinsamkeiten in den verschiedensten Themen." Natürlich gebe es bei zwei Parteien auch einige Unterschiede - aber die würden gemeinsam ausgehalten und akzeptiert.

Sebastian Kraft, BR, mit Einzelheiten
tagesschau 14:00 Uhr, 06.02.2017

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Demonstrative Geschlossenheit

Am Sonntag hatten sich die Spitzen von CSU und CDU bereits für erste Gespräche in München zusammengefunden. Dabei betonten Seehofer und Merkel demonstrativ ihr gemeinsames Ziel, geschlossen in den Wahlkampf zu ziehen. Derzeit erlebe Deutschland viele Anfechtungen und Herausforderungen von innen und außen, hatte Merkel erklärt. Seehofer wiederholte jedoch auch seine Ankündigung, dass die CSU im Falle eines Wahlsiegs nur mit einer verankerten Obergrenze im Koalitionsvertrag auch in die Regierung gehen werde.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 06. Februar 2017 um 12:00 Uhr.

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