Bundeskanzlerin Angela Merkel und der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer | Bildquelle: dpa

Kandidatenkür für Bundestagswahl 2017 Die CSU wird handzahm

Stand: 22.10.2016 12:46 Uhr

Eine Einladung für den CSU-Parteitag steht zwar noch aus, eine erneute Kanzlerkandidatur Merkels will die bayerische Partei nun wohl aber unterstützen. "Es kann keinen Zweifel geben", sagte Parteivize Weber. Auch den Streit um eine Flüchtlings-Obergrenze will die CSU entschärfen.

Seit Monaten streiten CSU und CDU über eine Obergrenze von 200.000 Flüchtlingen pro Jahr. Sogar die Unterstützung einer erneuten Kanzlerkandidatur Angela Merkels stand infrage. Doch nun zeichnet sich eine Annäherung ab. "Angela Merkel ist unsere Kandidatin. Daran kann es keinen Zweifel geben", sagte der stellvertretende CSU-Vorsitzende Manfred Weber dem "Spiegel". "Und ich würde mir wünschen, dass diese Aussage rasch kommt - von ihr und von uns."

Auch der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer ist dem Bericht zufolge zu der Überzeugung gelangt, dass seine Partei die Kanzlerin am Ende erneut unterstützen müsse. Dem "Spiegel" zufolge waren Merkel und Seehofer am Freitag vergangener Woche in Berlin zwar überein gekommen, dass Auftritte bei der jeweils anderen Partei derzeit nicht sinnvoll sind, da ein unfreundlicher Empfang droht. Anfang 2017 soll es aber ein Treffen der Spitzengremien in München geben. Dabei solle nicht die Flüchtlingspolitik im Zentrum stehen, sondern das Verbindende der Parteien.

Bereits im Juni hatte es in Potsdam einen Gipfel der Spitzen der Schwesterparteien gegeben, um den Streit in der Flüchtlingspolitik zu schlichten. Dies gelang nicht.

Seehofer: "Wir sind uns näher gekommen"

Seehofer erklärte nun laut "Spiegel", der Streit über die Obergrenze sei bereits entschärft: "Wir sind uns in den letzten Wochen in vielen Punkten näher gekommen", sagte er demnach. "Wenn es in einem weiter Differenzen gibt, dann können wir das aushalten."

Eine Annäherung der Schwesterparteien im Flüchtlingsstreit, unterstützt auch CDU-Generalsekretär Peter Tauber. "Beide Unionsparteien wissen schon, dass sie nicht dafür gewählt werden, miteinander zu streiten. Sondern die Leute erwarten, dass wir die aktuellen Probleme lösen und uns Gedanken über die großen Zukunftsthemen machen", sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Alternative Schwarz-Grün

Dabei machte Tauber auch deutlich, dass die Union sich die Option einer Koalition mit den Grünen offen hält. "Schwarz-Grün kann durchaus eine Alternative zur Großen Koalition sein", sagte er. In Fragen wie einer soliden Finanzpolitik gebe es größere Schnittmengen mit den Grünen als mit den Sozialdemokraten. "Der SPD würde es aber grundsätzlich gut tun, wenn sie wieder richtig Opposition ist - und nicht ständig in der Regierung Opposition spielen muss."

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 22. Oktober 2016 um 17:00 Uhr.

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