Ein Kind sitzt auf dem Gelände einer Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Hessen im Flur eines Wohngebäudes. | Bildquelle: dpa

UNICEF-Studie Flüchtlingskinder leben hier oft schlecht

Stand: 21.03.2017 12:46 Uhr

Gewalt, keine Privatsphäre, unzureichende Hygiene, ständiges Warten: UNICEF kritisiert die Unterbringung von Flüchtlingskindern in Deutschland scharf. Viele von ihnen lebten viel zu lange unter Bedingungen, die alles andere als kindgerecht seien.

Das Kinderhilfswerk UNICEF fordert eine bessere und vor allem kindgerechtere Unterbringung von Flüchtlingskindern in Deutschland. Viele von ihnen lebten auf engstem Raum mit anderen, ohne Privatbereiche und teils unter unzureichenden hygienischen Bedingungen, sagte Unicef-Deutschland-Geschäftsführer Christian Schneider bei der Vorstellung einer Studie in Berlin.

Die Kinder sind zudem den Angaben zufolge in den Unterkünften häufig Zeugen von Gewalt und Auseinandersetzungen, auch die Minderjährigen selbst seien zu wenig vor Übergriffen geschützt. Gerade aber für Kinder, die eine lange Fluchterfahrung hinter sich haben, sei ein stabiles, schützendes und förderndes Umfeld besonders wichtig.

Lage der Kinder in deutschen Flüchtlingsunterkünften
tagesschau 17:00 Uhr, 21.03.2017, Iris Marx, ARD Berlin

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Wenige Kinder besuchen Schule

Ein weiterer Kritikpunkt der Studie ist das ständige Warten der Kinder: "Sie warten auf eine Entscheidung über die Asylanträge der Familie, auf den Arztbesuch, Zugang zu Schulen und Kitas und insbesondere auf eine dauerhafte, geeignete Bleibe." Dabei wünschten sich geflüchtete Familien nichts sehnlicher, als anzukommen und neu zu beginnen, sagte Schneider.

Die Autoren der Studie stellten bei der Befragung von hauptamtlichen und ehrenamtlichen Mitarbeitern von Flüchtlingseinrichtungen fest, dass mehr als jeder fünfte minderjährige Flüchtling länger als sechs Monate in einer Erstaufnahmeeinrichtungen wohnen musste. Die Aufenthaltsdauer in den Gemeinschaftsunterkünften gab ein Drittel der Mitarbeiter mit ein bis drei Jahren an.

Aus der Befragung der Flüchtlinge ging auch hervor, dass lediglich ein knappes Drittel der Flüchtlingskinder in Erstaufnahmeeinrichtungen die Schule besuche. In vielen Bundesländern hängt die Schulpflicht den Angaben zufolge davon ab, ob das Kind in einer Erstaufnahmeeinrichtung oder einer Einzelunterkunft lebt.

Über dieses Thema berichteten am 21. März 2017 um 13:00 Uhr der Deutschlandfunk in den Nachrichten und die Tagesschau um 14:00 Uhr.

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