Eine Familie aus dem Irak, die kurz zuvor in München mit einem Zug aus Österreich angekommen ist. | Bildquelle: dpa

Flüchtlinge aus Ungarn Angekommen in Bayern

Stand: 05.09.2015 19:26 Uhr

Tausende Flüchtlinge haben es von Budapest bis nach Österreich und Deutschland geschafft. In München kamen mehrere Sonderzüge an. Von dort sollen die Menschen auf das ganze Bundesgebiet verteilt werden. In Ungarn hoffen weitere Flüchtlinge auf Weiterreise gen Westen.

Nach der überraschenden Ausreise Tausender Flüchtlinge aus Ungarn suchen die meisten von ihnen Zuflucht in Deutschland. Dutzende Züge aus Österreich und einige wenige aus Italien kamen am Münchener Hauptbahnhof an. Dort sind inzwischen mehr als tausend Flüchtlinge angekommen.

Sonderzüge aus Österreich kommen in München an
tagesschau 20:00 Uhr, 05.09.2015, Eva Frisch, BR

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Sie wurden in Aufnahmezentren gebracht und sollen in den nächsten Tagen auf Unterkünfte in anderen Regionen verteilt werden.

Die Bundespolizei rechnete mit der Ankunft von bis zu 7000 Flüchtlingen allein in Bayern: "Da kommen wir langsam an die Kapazitätsgrenze", sagte ein Sprecher. Die Deutsche Bahn setzte Sonderzüge ein und stockte ihr Personal an den Bahnhöfen auf.

Die deutsch-österreichischen Behörden arbeiten Hand in Hand. Dadurch können die aus Ungarn kommenden Menschen in zahlreichen Zügen ohne bürokratische Hürden und Kontrollen in die Bundesrepublik weiterreisen. Insgesamt rechneten die österreichischen Behörden mit 10.000 Flüchtlingen, bis zum Nachmittag sind nach österreichischen Behördenangaben mehr als 3000 von ihnen nach Deutschland weitergereist. "Nahezu alle wollen nach Deutschland", twitterte das Innenministerium. "Die Weiterreise wird ihnen ermöglicht."

Wie geht es weiter?

Offen ist, wie es weitergeht. Wie wollen Ungarn, Deutschland und Österreich mit dem weiteren Andrang von Flüchtlingen grundsätzlich umgehen - und wer von den Eingereisten darf auch bleiben?

Anna Tillack, BR, zzt. Röszke, zur Situation an der serbisch-ungarischen Grenze
tagesschau 20:00 Uhr, 05.09.2015

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Im Budapester Ostbahnhof warten unterdessen erneut mehr als 1500 Menschen auf die Weiterreise nach Westen. Doch weitere Busse Richtung Grenze will die ungarische Regierung nicht bereitstellen. Die Aktion der vergangenen Nacht sei einmalig gewesen. "Es werden keine Fahrzeuge mehr zu den auf der Straße laufenden Flüchtlingen geschickt", sagte Polizeichef Karoly Papp auf einer Pressekonferenz. Zuvor waren am Vormittag erneut rund 500 Menschen zu Fuß vom Hauptbahnhof in Budapest in Richtung Österreich aufgebrochen. Die Polizei hinderte sie allerdings daran, entlang der Autobahn zu gehen und verwies sie auf Landstraßen.

Ungarn schickt Soldaten an die Grenze

Bereits am Freitag hatten sich rund 1200 in Budapest gestrandete Flüchtlinge zu Fuß auf den Weg Richtung Österreich gemacht. Unter anderem angesichts der daraus resultierenden Verkehrsprobleme auf der Autobahn entschieden die ungarischen Behörden, die Flüchtlinge in Busse steigen zu lassen und sie zur österreichischen Grenze zu fahren.

Ungarns rechtskonservative Regierung setzt derweil ihre harte Linie in der Flüchtlingspolitik fort. Soldaten sollen an die Grenze im Süden des Landes verlegt werden, um weitere Flüchtlinge vom Grenzübertritt abzuhalten. "Wir werden die Grenze Schritt für Schritt unter Kontrolle bringen", versicherte Ministerpräsident Viktor Orban." Der konservative Politiker warnte vor einem Ansturm von Flüchtlingen: "Es sind Millionen und Abermillionen, weil der Nachschub von Migranten unendlich ist." Ungarn grenzt im Süden unter anderem an Serbien und hat dort einen 175 Kilometer langen Zaun errichtet, um Flüchtlinge abzuhalten. Das Land gehört zur sogenannten Balkan-Route, die viele Flüchtlinge auf ihrem Weg nach Österreich und Deutschland nehmen.

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Im Bus an die Grenze

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