Sigmar Gabriel | Bildquelle: dpa

Nach Festnahmen in Antalya Weiter keine Reisewarnung für Türkei

Stand: 05.09.2017 16:33 Uhr

Nach den jüngsten Festnahmen in der Türkei hat das Auswärtige Amt seine Reisehinweise für das Land verschärft. Eine formelle Reisewarnung gibt es aber weiterhin nicht. Außenminister Gabriel sagte, man könne keinem Touristen die Entscheidung für oder gegen eine Reise abnehmen.

Das Auswärtige Amt hat seine Reisehinweise für die Türkei weiter verschärft. Es würden nun die Gefahren beschrieben, die sogar an touristischen Orten wie Antalya drohten, sagte Außenminister Sigmar Gabriel.

Die Menschen müssten prüfen, ob sie in die Türkei reisen könnten oder nicht. Man könne aber letztlich keinem Touristen diese Entscheidung abnehmen, erklärte der SPD-Politiker. "Die Fälle, die wir jetzt gesehen haben, zeigen eben, dass es doch immer wieder sein kann, dass jemand als Verdächtiger gilt, der Gülen-Bewegung anzugehören oder sie zu unterstützen. Und dann sofort in die Mühlen der Polizei und der Justiz in der Türkei geraten kann."

Diskussion über Verschärfung des Kurses

Am Donnerstag war ein deutsches Ehepaar mit türkischen Wurzeln am Flughafen von Antalya festgenommen worden. Ihr Rechtsanwalt hatte dem Auswärtigen Amt gestern mitgeteilt, dass die Frau ohne Auflagen wieder auf freiem Fuß gekommen sei.

In Deutschland hatte der Fall eine Diskussion über eine weitere Verschärfung des Kurses gegenüber der Türkei ausgelöst. Merkel hatte beim TV-Duell mit SPD-Herausforderer Martin Schulz am Sonntag "klare Kante" gegenüber dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan angekündigt und eine Prüfung "stärkerer Reisewarnungen" in Aussicht gestellt.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 05. September 2017 um 16:45 Uhr.

Darstellung: