Traktor bringt Gülle auf einem Feld aus | Bildquelle: picture alliance / Philipp Schul

Hohe Nitratwerte Trinkwasser bald deutlich teurer?

Stand: 07.08.2017 09:01 Uhr

Dünger und Gülle auf Feldern belasten das Grundwasser. Die Folge: Wegen der hohen Nitratbelastung wird die Aufbereitung immer schwieriger. Wasserversorger warnen, dass der Preis fürs Trinkwasser bald kräftig steigen könnte - um bis zu 62 Prozent.

Die deutschen Wasserversorger warnen vor zum Teil deutlichen Preissteigerungen beim Trinkwasser. Die hohe Nitratbelastung bereite den Unternehmen zunehmend Probleme, sagte Martin Weyand, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes BDEW der "Süddeutschen Zeitung". Hauptgrund dafür sei, dass seit Jahrzehnten zu viel Gülle und Mineraldünger auf Wiesen und Feldern verteilt werde. "Wir machen uns große Sorgen um den Zustand des Grundwassers. Das ist die wichtigste Ressource, die wir haben."

Weil die Aufbereitung immer schwieriger wird, könnte das Trinkwasser bald noch teurer werden als bisher angenommen. In besonderen Regionen könnten die Preise um bis zu 62 Prozent steigen, so Weyand. Das Umweltministerium hatte zuletzt vor Preissteigerungen um bis zu 45 Prozent gewarnt.

Fast alle Messstellen betroffen

Offiziell geht die Bundesregierung dem Bericht zufolge davon aus, dass ein Drittel der Messstellen im Bundesgebiet zu hohe Nitratwerte ausweist. Aus Sicht der knapp 6000 deutschen Versorgungsunternehmen ist die Lage jedoch erheblich kritischer, weil sie sich an der europäischen Wasser-Richtlinie orientieren und an einen niedrigeren Grenzwert halten müssen. Gemessen daran weisen fast alle Messstellen im Bundesgebiet zum Teil deutlich überhöhte Nitratwerte auf. "Es besteht dringender Handlungsbedarf", so Weyand. Auch eigene Messungen der Wasserwirtschaft hätten zu hohe Werte erbracht.

Hauptverursacher der Belastung ist aus Sicht des Wasserverbandes die Landwirtschaft. Das neue Düngerecht müsse überarbeitet und verschärft werden, forderte Weyand. Die Vorschriften seien lückenhaft und erlaubten zu viele Ausnahmen. Bund und Länder hatten lange um das Gesetz gerungen.

Über dieses Thema berichteten am 07. August 2017 Deutschlandfunk um 10:00 Uhr und tagesschau24 um 11:30 Uhr.

Darstellung: