Ein Polizist legt Blumen vor dem Haus des verstorbenen Helmut Kohl in Ludwigshafen-Oggersheim ab. | Bildquelle: dpa

Trauerzeremoniell Nur geladene Gäste bei Totenmesse für Kohl

Stand: 25.06.2017 12:11 Uhr

Der Familienzwist der Hinterbliebenen von Altkanzler Kohl geht weiter. Sohn Walter Kohl will seinen Vater im Familiengrab in Ludwigshafen beisetzen lassen. Totenmesse und Begräbnis sollen jedoch in Speyer stattfinden - laut Bistum nur für geladene Gäste.

Der Ablauf des Trauerzeremoniells für den früheren Bundeskanzler Helmut Kohl am Samstag, den 1. Juli steht im Wesentlichen fest. Wie das Bundesinnenministerium in Berlin mitteilte, wird der Europäische Trauerakt zwischen 11 Uhr und 13 Uhr im Europaparlament in Straßburg stattfinden. ohl wird der erste Politiker überhaupt sein, der mit einer solchen Zeremonie auf EU-Ebene geehrt wird.

Nach Informationen der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" (FAS) werden acht Vertreter des Eurokorps, der Europäischen Grenz - und Küstenwache (Frontex) und des Europäischen Freiwilligendienstes den mit der Europaflagge bedeckten Sarg nach dem Trauerakt im Straßburger Parlament hinaustragen.

Laut Ministerium wird er gegen 14 Uhr mit einem Hubschrauber der Bundespolizei von Straßburg zurück nach Deutschland geflogen. Der Hubschrauber wird in der Nähe von Kohls Wohnort Oggersheim landen. Von dort aus geht die letzte Reise mit einem Schiff des Bundes weiter, etwa 20 Kilometer rheinaufwärts nach Speyer.

Im Dom zu Speyer beginnt um 18 Uhr ein Pontifikalrequiem - eine heilige Messe, der ein hoher Würdenträger der katholischen Kirche vorsteht. Für gewöhnlich ist es ein Bischof oder ein Abt.

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Einladung nur über die Protokollabteilung

Das Requiem für den Altkanzler werde auf einem Großbildschirm in den südlichen Domgarten übertragen, teilte das Bistum Speyer mit. Dort gebe es rund 3000 Stehplätze für die Öffentlichkeit. Im Dominnern könnten aus Sicherheitsgründen ausschließlich Gäste an der Totenmesse teilnehmen, die über die Protokollabteilung des Bundesinnenministeriums eingeladen würden. Der Gottesdienst soll etwa eineinhalb Stunden dauern.

Am späteren Abend wird Kohl auf dem Friedhof des Speyerer Domkapitels im Adenauerpark beigesetzt - im Familien- und Freundeskreis.

Kohls Sohn äußert schwere Kritik

Kohl findet seine letzte Ruhestätte auf dem Areal des Domkapitelfriedhofs. Zur Grabstätte werde ein öffentlicher Zugang vom angrenzenden Adenauer-Park geschaffen, sagte ein Bistumssprecher. Mit dem Speyerer Dom verband den gläubigen Katholiken Kohl eine lebenslange intensive Beziehung. Im Dom liegt ein Kondolenzbuch für den Altbundeskanzler aus.

Die Familie Kohl habe sich schon vor zwei Jahren wegen der Begräbnisstätte an die Stadt Speyer gewandt, berichtete die FAS. Auch eine Bestattung auf dem städtischen Friedhof sei zeitweise erwogen worden. Für das Grab auf dem Friedhof des Domkapitels wurde eine Fläche neben der in den 1950er-Jahren von Deutschen und Franzosen erbauten Friedenskirche St. Bernhard ausgewählt.

Zuletzt hat Kohls ältester Sohn Walter harsche Kritik an den Plänen geäußert, den Altkanzler in Speyer beizusetzen. "Ich finde die bisherige Entwicklung unwürdig, für meinen Vater, für Deutschland und für Europa", sagte er der "Zeit". Er werde der geplanten Beisetzung in Speyer fern bleiben.

Kaiserdom von Speyer | Bildquelle: dpa
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Im Kaiserdom von Speyer soll die Totenmesse für Altkanzler Kohl stattfinden.

Weiteres trauriges Kapitel im Familienzwist

Walter Kohl forderte, dass sein Vater in dem Familiengrab in Ludwigshafen bestattet wird, in dem auch Kohl erste Frau und Mutter seiner beiden Söhne, Hannelore Kohl, beigesetzt ist. Darüber hinaus würde er sich außerdem einen Staatsakt am Brandenburger Tor wünschen. Es ist ein weiteres trauriges Kapitel in dem Familienzwist zwischen den hinterbliebenen Söhnen und Kohls zweiter Frau, Maike Kohl-Richter. Ihr Verhältnis gilt seit Langem als angespannt.

"Mit der Entscheidung für ein Begräbnis in Speyer soll sein politisches Lebenswerk von seiner Frau Hannelore getrennt werden", beklagte er. Dabei habe seine Mutter Helmut Kohl über Jahrzehnte getragen. "Er selbst hat immer betont, dass sein Lebenswerk ohne seine Frau Hannelore nicht möglich gewesen wäre."

Helmut Kohl war am 16. Juni im Alter von 87 Jahren in seinem Haus in Ludwigshafen-Oggersheim gestorben und anschließend dort aufgebahrt worden. Vertraute der Familie hatten am Wochenende nach Kohls Tod erklärt, der Leichnam werde voraussichtlich bis zu den Trauerfeierlichkeiten dort bleiben.

Über dieses Thema berichtete SWR Aktuell am 24. Juni 2017 um 18:00 Uhr.

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