DLRG-Strandwache | Bildquelle: dpa

Badeunfälle in Deutschland Mehr als 500 Menschen 2016 ertrunken

Stand: 16.03.2017 16:07 Uhr

In Nord- und Ostsee, in Flüssen und Seen oder in Schwimmbädern – in Deutschland sind 2016 mehr als 500 Menschen beim Baden ertrunken. Die DLRG ist besorgt, weil besonders viele ältere Menschen, Kinder und Flüchtlinge unter den Opfern sind.

2016 sind in Deutschland 537 Menschen ertrunken – in Gewässern oder Schwimmbädern. Das sind 49 Badetote mehr als im Jahr davor, teilte die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) mit. Ein Grund sei der relativ schöne Sommer. Allein im Juni, Juli und August ertranken 220 Menschen.

Sorge bereitet den Rettern der Anstieg der Badeunfälle bei Kindern. 46 Kinder sind im vergangenen Jahr ertrunken – doppelt so viele wie 2015. Die DLRG fordert hier einen regelmäßigen Schwimmunterricht in der Schule. Vor allem in den Grundschulen müssten die Kinder Zugang zu Schwimmbädern haben.

Kinder, ältere Menschen und Flüchtlinge besonders gefährdet

Die DLRG beklagt auch die Zahl der ertrunkenen Flüchtlinge. Mit 64 Opfern hat sich ihre Zahl ebenfalls verdoppelt. Die Lebensretter haben bereits reagiert und die Baderegeln in mehr als 25 Sprachen übersetzt. So wollen sie Menschen aus anderen Ländern über die Gefahren im Wasser aufklären.

Besonders gefährdet sind auch ältere Menschen. 108 Senioren zwischen 71 und 85 Jahren sind im vergangenen Jahr ertrunken.

Bilanz nicht akzeptabel

"Für eine moderne, hoch entwickelte Gesellschaft ist diese Bilanz nicht akzeptabel", erklärte DLRG-Vizepräsident Achim Haag. Um die Opferzahlen zu senken, sei vor allem an den Binnengewässern mehr Sicherheit nötig.

Unbewachte Flüsse und Seen besonders gefährlich

An den Küsten von Nord- und Ostsee kamen 26 Menschen ums Leben. Die Strände sind hier oft bewacht. Unfallschwerpunkt Nummer eins sind nach wie vor die unbewachten Binnengewässer. In Flüssen, Bächen, Seen und Teichen ertranken drei Viertel der Opfer. Laut DLRG sind oft Selbstüberschätzung, Krankheit, Leichtsinn oder Unwissenheit die Ursache für tödliche Unfälle im Wasser.

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Die Geschichte der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft

Eine Rettungsschwimmerin schaut durch ein Fernglas Richtung Strand und Meer.

Seit über 100 Jahren wachen Mitglieder der Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) an Stränden und bewahren in Not geratene Schwimmer vor dem Ertrinken. 66.000 Menschen haben sie nach DLRG-Angaben dabei gerettet.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 16. März 2017 um 12:45 Uhr in den Nachrichten.

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