Berlins Innensenator Frank Henkel | Bildquelle: dpa

Vor Lageso in Berlin Erfundener Todesfall - Ruf nach Konsequenzen

Stand: 28.01.2016 12:06 Uhr

Berlins Innensenator Henkel hat Konsequenzen aus dem erfundenen Todesfall eines Flüchtlings gefordert. Der Mann, der das Gerücht in die Welt gesetzt hatte, müsse "rechtliche Folgen" spüren. Das Bündnis "Moabit hilft" räumte schwere Fehler ein.

Nach dem angeblichen Tod eines Flüchtlings am Berliner Landesamt für Gesundheit und Soziales fordern Politiker Konsequenzen. Berlins Innensenator Frank Henkel forderte, es müsse rechtliche Folgen geben für jene Menschen, die es mit derartigen erfundenen Geschichten darauf anlegten, "die Stimmung in unserer Stadt zu vergiften". Damit sei auch jenen vielen Ehrenamtlichen geschadet worden, "die in unserer Stadt jeden Tag wichtige Arbeit leisten".

Dieser Forderung erteilte die Berliner Polizei jedoch eine Absage; der Flüchtlingshelfer habe mit der Lüge über den Tod eines Asylbewerbers wohl keine Straftat begangen, sagte ein Polizeisprecher: "Er hat keinerlei Tatbestände erfüllt."

Weiter forderte Henkel, nun müssten sich "all diejenigen Politikerinnen und Politiker entschuldigen, die vorschnell ein Urteil gefällt und eine unklare Situation für Rücktrittsforderungen ausgeschlachtet haben". Der CDU-Politiker nahm auch das Bündnis "Moabit hilft" in die Verantwortung, welches das Gerücht "ungeprüft weiterverbreitet" habe.

Kristin Joachim, rbb, zur Lage beim Berliner Lageso
ARD-Morgenmagazin, 28.01.2016

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Hilfsbündnis ist "fassungslos"

Das Bündnis zeigte sich in einer ersten Reaktion fassungslos. Den Helfer, der den Fall erfunden hat, habe man in den vergangenen Monaten "als verlässlichen und integren Unterstützer an unserer Seite kennengelernt". Gleichzeitig räumte die Sprecherin von "Moabit hilft", Diana Henniges, im RBB ein, dass man einen großen Fehler gemacht habe.

Der ehrenamtliche Flüchtlingshelfer hatte am Mittwoch in einem Facebook-Eintrag behauptet, dass ein 24-jähriger Syrer gestorben sei. Der Mann habe zuvor tagelang vor dem Lageso angestanden. Das Berliner Amt steht seit Monaten bundesweit wegen Missständen bei der Registrierung und Versorgung von Flüchtlingen in der Kritik.

Mittlerweile hat der Helfer sein Facebook-Profil gelöscht; sonstige Anfragen an ihn, auch von "Moabit hilft", blieben bislang unbeantwortet. Lediglich gegenüber der Polizei äußerte er sich. Die betonte allerdings, da es keine Ermittlungen gegen ihn gebe, müsse er über die Motive seiner Handlung selber Auskunft geben.

Lage am Lageso in Berlin
tagesthemen 22:15 Uhr, 27.01.2016, Justus Kliss, RBB

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