Frank-Walter Steinmeier und Elke Buedenbender | Bildquelle: AFP

Nach Bundespräsidentenwahl First Lady ohne Richterrobe

Stand: 10.02.2017 15:00 Uhr

Als First Lady im Schloss Bellevue und als Richterin in der Robe - passt das zusammen? Wenn Steinmeier am Sonntag zum Bundespräsidenten gewählt wird, will seine Frau ihren Job als Richterin ruhen lassen.

Ursprünglich wollte Elke Büdenbender ihre Arbeit am Berliner Verwaltungsgericht auch als First Lady weiterführen. Am Gericht sollen jedoch Zweifel laut geworden sein, ob die Richtertätigkeit mit der Rolle als Frau des Staatsoberhaupts vereinbar sei. Deshalb: Wenn Frank-Walter Steinmeier am Sonntag zum Bundespräsident gewählt wird, will sich seine Frau von ihrem Job beurlauben lassen.

Schon während Steinmeiers Zeit als Außenminister war Büdenbender von bestimmten Verfahren am Gericht freigestellt worden. Steinmeier hatte mehrfach betont, über die künftige Rolle seiner Frau nicht vor der Wahl zum Bundespräsidenten sprechen zu wollen.

"Selbstbewusst, intelligent, einfach toll"

Büdenbender wurde im Siegerland geboren und ist seit 1999 Richterin für Sozialrecht am Verwaltungsgericht Berlin. Bisher war die 55-Jährige in der Öffentlichkeit wenig präsent. Ihr Mann und sie lernten sich 1988 während des Studiums in Gießen kennen und heirateten 1995. Sie behielt ihren Namen. "Selbstbewusst, intelligent, einfach toll", so soll Ex-Kanzler Gerhard Schröder die Frau an Steinmeiers Seite mal beschrieben haben.

Erwartungen an eine First Lady sind hoch

Büdenbender wäre nicht die erste First Lady, die weiter gearbeitet hätte: Veronica Carstens behielt ihre Praxis als Ärztin. Büdenbenders Vorgängerin Daniela Schadt, die Partnerin von Joachim Gauck, war viel für soziale Zwecke unterwegs. Sie reiste fünf Jahre lang um die Welt. Als "Unicef"-Schirmherrin war sie in Jordanien und in der Ukraine unterwegs. Ihren Job als politische Journalistin bei der "Nürnberger Zeitung" gab Schadt allerdings auf. Sonst hätte sie möglicherweise über die Arbeit ihres Lebensgefährten schreiben müssen.

First Lady - der Job ist nirgends beschrieben, aber die Erwartungen sind hoch. Die Frauen der bisherigen Bundespräsidenten haben sich sozial engagiert, von Elly Heuss-Knapp bis Daniela Schadt. Einige blieben im Gedächtnis, etwa Mildred Scheel, die Gründerin der Krebshilfe. Welche Rolle Büdenbender spielen wird, ist noch offen. Ihre Vorgängerin nennt drei Eigenschaften, die eine First Lady braucht: "Interesse an Menschen. Offenheit und Humor."

Über dieses Thema berichtete WDR 5 Morgenecho am 13. Februar 2017 um 07:42 Uhr

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