Deutsches Konsulat in Masar-i-Sharif nach Angriff der Taliban. | Bildquelle: dpa

Angriff auf Generalkonsulat Taliban-Anschlag alarmiert Bundesregierung

Stand: 11.11.2016 13:27 Uhr

Der Taliban-Anschlag auf das deutsche Generalkonsulat in Masar-i-Sharif verlief offenbar heftiger als zunächst angenommen. Angreifer drangen laut Außenminister Steinmeier sogar in das Gebäude ein. Der Krisenstab berät nun über Konsequenzen für das deutsche Afghanistan-Engagement.

Nach dem Angriff der Taliban auf das deutsche Generalkonsulat im nordafghanischen Masar-i-Sharif werden immer weitere Details bekannt, die die Schwere des Anschlags verdeutlichen. Der Angriff hatte gestern Abend mit einer Explosion begonnen. Ein Selbstmordattentäter steuerte einen mit Sprengstoff beladenen Laster an das Tor des Geländes und zündete die Bombe. Anschließend gab es laut Bundeswehr einen anhaltenden Schusswechsel mit einer unbekannten Anzahl Angreifer. Insgesamt kamen laut Außenminister Frank-Walter Steinmeier mindestens sechs Menschen ums Leben.

Steinmeier erklärte in einem kurzen Statement in Berlin, auf dem Gelände des Konsulatsgebäudes sei es zu schweren Gefechten gekommen. Die Angreifer seien nicht nur auf das Gelände eingedrungen, sondern auch in das Gebäude des Konsulats, räumte Steinmeier ein. Die eingesetzten afghanischen und deutschen Soldaten sowie weitere internationale Sicherheitskräfte der NATO-Mission "Resolute Support" aus dem nahe gelegenen Camp Marmal, konnten den Angriff schließlich abwehren.

Später näherten sich nach Angaben der Bundeswehr noch einmal drei Motorradfahrer dem Anschlagsort, die nicht auf Aufforderungen zum Halt reagierten. Deutsche Soldaten schossen demnach anschließend gezielt auf die Motorradfahrer und töteten zwei von ihnen. Ein weiterer Motorradfahrer wurde nach Angaben von Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen verletzt. Die Ministerin sagte, die Motorradfahrer seien trotz "Signalmunition" und Warnschüssen weiter- und auf das Konsulat zugefahren. Insgesamt sei die Lage in der Stadt sei "noch nicht vollständig geklärt", es gebe noch offene Fragen.

Bundesaußenminister Steinmeier zu den Anschlägen in Masar-i-Scharif
tagesschau24 11:00 Uhr, 11.11.2016

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Steinmeier bedankt sich bei Einsatzkräften

Steinmeier bedankte sich bei den deutschen, georgischen und lettischen Sondereinsatzkräften, den Bundeswehrsoldaten und der Bundespolizei sowie den afghanischen Sicherheitskräften, die mit ihrem Einsatz großen Mut bewiesen hätten. "Mein tief empfundenes Beileid ist bei den Angehörigen der Opfer", fügte er hinzu.

Zugleich verurteilte der Außenminister den Anschlag scharf. Er zeigte sich erleichtert, dass alle Mitarbeiter in Sicherheit und unverletzt geblieben sind. Inzwischen tagt der Kristenstab im Auswärtigen Amt, der die "notwendigen Maßnahmen" vor Ort koordiniere. Auf die Frage, ob der Anschlag Auswirkungen auf die militärischen und zivilen Aktivitäten Deutschlands in Afghanistan haben werde, antwortete er, dies werde nun im Krisenstab besprochen.

Auch Bundesinnenminister Thomas de Maizière zeigte sich nach dem Anschlag auf das deutsche Konsulat tief bestürzt. "Was wir dort erlebt haben, war ein brutaler Anschlag". Unter den Toten seien auch afghanische Sicherheitskräfte, sagte de Maizière. "Wir trauern um diese Toten und fühlen mit den Angehörigen."

Taliban-Angriff auf das deutsche Konsulat in Afghanistan
tagesschau 20:00 Uhr, 11.11.2016, Marion von Haaren, ARD Berlin

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Taliban sprechen von "Vergeltung"

Zu dem Selbstmordanschlag und dem nachfolgenden Angriff auf das Konsulat, bei dem mindestens 128 Menschen verletzt wurden, hatten sich die radikal-islamischen Taliban bekannt. Sie bezeichneten die Attacke als Vergeltung für einen NATO-Luftangriff in der Provinz Kundus, bei dem in der vergangenen Woche womöglich mehr als 30 Zivilisten getötet worden waren.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 11. November 2016 um 11:30 Uhr.

Darstellung: