Der Schatten von Sigmar Gabriel vor roter Wand | Bildquelle: dpa

Treffen der SPD-Parteispitze Die Zeichen stehen auf Gabriel

Stand: 10.01.2017 05:15 Uhr

Wer wird SPD-Kanzlerkandidat? Diese zentrale Frage beschäftigt heute das Treffen des innersten Zirkels der Partei. Laut einem Medienbericht hat Vizekanzler Gabriel sich entschieden anzutreten - doch noch sind nicht alle Fragen geklärt.

Von Jörg Seisselberg, ARD-Hauptstadtstudio

Es ist der engste Führungskreis der SPD, der heute im Flughafenhotel in Düsseldorf zusammenkommt. Mitarbeiter und Pressesprecher bleiben zu Hause, eine offizielle Tagesordnung gibt es nicht. Gerade deswegen, sagt einer der Teilnehmer, werde alles auf den Tisch kommen: Die Strategie für den Wahlkampf 2017, das Programm und selbstverständlich auch die Kandidatenfrage.

SPD sucht geeigneten Kanzlerkandidaten
Morgenmagazin, 10.01.2017, Anja Köhler, ARD Berlin

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Hoffen auf Gabriel

Hierzu gibt es in der Parteispitze mittlerweile die klare Erwartung: Sigmar Gabriel wird es machen. Viel spreche dafür, dass er als Kandidat antrete, so die aktuelle Einschätzung eines Präsidumsmitglieds vom Wochenende. Auch die "Bild" berichtet, der Vizenkanzler habe sich bereits entschieden, im Herbst als Kanzlerkandidat anzutreten. Gabriel selbst hat bereits vor Monaten in einem ARD-Interview gesagt: "Als Vorsitzender einer Partei müssen Sie sich ein Amt des Bundeskanzlers immer zutrauen - müssen Sie auch wollen."

Zwar schränkte Gabriel gleichzeitig ein, ein Parteichef müsse auch die Distanz haben zu entscheiden, ob in einer Wahlkampfsituation jemand anders der Richtige ist. Aber der Eindruck verstärkt sich, dass Gabriel nach monatelangem Zögern springen will. Hannelore Kraft hat mit ihrer nordrhein-westfälischen SPD bereits Unterstützung signalisiert.

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD, l) und der ehemalige Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) blicken sich in Düsseldorf auf einem Industriekongress über industriepolitische Leitlinien kurz an. | Bildquelle: picture alliance
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Schützenhilfe vom Altkanzler - Gerhard Schröder spricht sich für Gabriel als SPD-Kanzlerkandidat aus.

"Gabriel - ein demokratischer Populist"

Auch Altkanzler Gerhard Schröder hält Gabriel gerade in Zeiten wie diesen für den Richtigen: "Sigmar Gabriel ist ein demokratischer Populist - und das ist auch gut so. In einer Zeit, in der sich unsere Republik und das vereinte Europa Populisten von rechts und links ausgesetzt sehen, brauchen wir als Gegengewicht Demokraten, die kämpferisch sind."

Eine Urwahl über die K-Frage lehnt Gabriel indes ab. "Ein Mitgliederentscheid setzt voraus, dass es ernsthafte Gegner gibt, also zwei, drei Leute, die sagen: 'Auf keinen Fall darf es der oder die andere werden! Ich bin besser!'" Wenn dies nicht so sei, wirke das Verfahren unglaubwürdig. "Man kann so etwas nicht als Schauspiel aufführen", betonte Gabriel.

Spannend ist, wie offen in Düsseldorf auch über das diskutiert wird, was gegen Gabriel als Kandidaten spricht - allen voran seine anhaltend schlechten Umfragewerte. Den Zeitplan der K-Frage hat Gabriel eng abgestimmt vor allem mit Hamburgs erstem Bürgermeister Olaf Scholz und Hannelore Kraft, aber auch mit seinen anderen Stellvertretern Ralf Stegner, Thorsten Schäfer-Gümbel und Manuela Schwesig sowie dem scheidenden EU-Parlamentspräsidenten Martin Schulz und Bundestagsfraktionschef Thomas Oppermann.

SPD-Führung erwartet Gabriels Ja zur Kanzlerkandidatur
Jörg Seisselberg, ARD Berlin
08.01.2017 23:51 Uhr

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Keiner stellt sich in den Weg

Auch zur Kanzlerkandidatur wird Gabriel nur Ja sagen, wenn in Düsseldorf klar wird, dass diese wirklich Wichtigen in der SPD auf seiner Seite sind. Im Moment gibt es keine Anzeigen dafür, dass sich irgendjemand von ihnen in den Weg stellt. Auch Martin Schulz nicht, lange Zeit als neuer Hoffnungsträger gehandelt. Schon vor Wochen hatte er klargestellt: "In jedem Fall ist Sigmar Gabriel ein hervorragender Parteivorsitzender und wenn er der Kanzlerkandidat ist, kann er sich zumindest auf mich verlassen."

Schulz scheut den offenen Machtkampf mit Gabriel. Zwar hat er Sympathien quer durch alle Parteiflügel und im jüngsten ARD-DeutschlandTrend liegt er in der Beliebtheit sogar vor Kanzlerin Merkel. Aber: Schulz reizt das Amt des Außenministers. Und in der SPD-Führung gibt es die Überzeugung: Als Nachfolger Steinmeiers weltweites Krisenmanagement betreiben und gleichzeitig den härtesten aller bisherigen Wahlkämpfe bestreiten - das geht nicht. Olaf Scholz, eine andere mögliche Alternative zu Gabriel, hat sich in den vergangenen Wochen quasi selbst aus dem Rennen genommen, an der Parteibasis fehlt ihm die Unterstützung.

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DeutschlandTrend vom 05. Januar 2017

Sonntagsfrage

Sonntagsfrage

Gabriel im Kampfmodus

Gabriel dagegen ist im Kampfmodus, ungeachtet seiner Operation über Weihnachten. Mit Wucht hat er sich in die Debatte über die Innere Sicherheit geworfen, im aktuellen "Spiegel"-Interview spricht er wie ein Kanzlerkandidat.

Den Malus der schlechten Umfragewerte Gabriels kommentiert ein Präsidiumsmitglied mit dem Hinweis auf den letzten Kanzlerwechsel: Auch Merkel habe Schröder 2005 geschlagen, obwohl sie damals persönlich unbeliebter war. Unabhängig vom Ausgang der Debatte in Düsseldorf - offiziell bleibt es dabei, dass die SPD ihren Kandidaten Ende des Monats ausruft.

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