Junge Frau zeigt abwehrende Geste | Bildquelle: imago/Frank Müller

Sexismus und sexuelle Gewalt "Debatte kann nicht laut genug sein"

Stand: 19.10.2017 09:57 Uhr

Mehr Engagement gegen sexuelle Gewalt - das fordert der Missbrauchsbeauftragte Rörig vom künftigen Kabinett. Das Stichwort #MeToo in sozialen Medien zeige derzeit, wie groß das Ausmaß des Problems sei. Auch die schwedische Außenministerin meldete sich unter dem Hashtag zu Wort.

Johannes-Wilhelm Rörig
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Johannes-Wilhelm Rörig fordert von der neuen Regierung stärkeres Engagement.

Inmitten der aktuellen Debatte um Sexismus fordert der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig, vom künftigen Kabinett ein stärkeres Engagement gegen sexuelle Gewalt. "Die Debatte zu sexueller Gewalt kann gar nicht laut genug geführt werden. (...) Missbrauch ist bekämpfbar, aber nicht mit den wenigen Mitteln, mit denen wir seit Jahren kämpfen", sagte Rörig den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. "Ich fordere die künftige Bundesregierung auf, jetzt ein neues Kapitel im Kampf gegen sexuelle Gewalt aufzuschlagen", so Rörig weiter.

Der Skandal um den Hollywood-Filmproduzenten Harvey Weinstein, dem etliche Schauspielerinnen sexuellen Missbrauch vorwerfen, hat eine breite gesellschaftliche Debatte ausgelöst. Unter dem Stichwort #MeToo schildern derzeit weltweit Frauen in sozialen Netzwerken ihre Erfahrungen mit sexueller Gewalt. "Die überwältigende Resonanz auf #MeToo zeigt, wie groß das weltweite Ausmaß sexueller Gewalt gegen Frauen, Kinder und Jugendliche ist", sagte Rörig, der Unabhängiger Beauftragter für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs ist.

Sexuelle Übergriffe in der Politik

Auf Facebook prangerte Schwedens Außenministerin Margot Wallström nun auch sexuelle Gewalt "auf höchster politischer Ebene" an. Sie schloss sich der #MeToo-Kampagne an und schrieb, dass sie in ihrem Amt selbst Opfer sexueller Belästigung wurde.

Die schwedische Außenministerin Margot Wallström | Bildquelle: AFP
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Die schwedische Außenministerin Margot Wallström berichtet von sexuellen Übergriffen auf höchster politischer Ebene.

In einem Buch eines schwedischen Journalisten hatte Wallström 2014 beschrieben, wie sie während eines Abendessens mit EU-Vertretern plötzlich eine Hand auf ihrem Oberschenkel gespürt habe. Die Person neben ihr habe begonnen, sie zu begrapschen. "Das war absolut unwirklich", schrieb sie. In ihrem jüngsten Facebook-Eintrag ließ sie offen, ob sie sich auf diesen Vorfall bezog. Sie wolle nicht "zu persönlich" werden, schrieb sie.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 19. Oktober 2017 um 12:00 Uhr.

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