Die Galaxie NGC 1275 | Bildquelle: dpa

Riesenteleskop im Einsatz Blick ins speiende Schwarze Loch

Stand: 04.04.2018 09:20 Uhr

Die bislang detailreichsten Beobachtungen eines Materie spuckenden Schwarzen Loches sind Forschern gelungen - dank eines Riesenteleskops. Das virtuelle Supergerät hat einen Durchmesser von 350.000 Kilometern.

Mit dem größten Teleskop in der Geschichte der Astronomie sind einem internationalen Forscherteam die bislang detailreichsten Beobachtungen eines Materie ausspuckenden Schwarzen Lochs gelungen. Die Untersuchung biete einen einmaligen Einblick in die Entstehung sogenannter Jets, mit denen gigantische Schwarze Löcher einen Teil der Materie zurück ins All schleudern, die in ihren Strudel geraten ist, teilte das Max-Planck-Institut für Radioastronomie in Bonn mit.

Zusammen mit Kollegen stellen Forscher des Instituts ihre Analysen im Fachblatt "Nature Astronomy" vor. Die meisten Galaxien haben ein gigantisches Schwarzes Loch im Zentrum. Bei vielen von ihnen sind Jets beobachtet worden, in denen fast lichtschnelles Plasma senkrecht aus dem Materiestrudel des Schwarzen Lochs hinausschießt. Die Entstehung dieser Jets ist weitgehend ungeklärt.

Fast der Abstand Erde-Mond

Für ihre Untersuchungen haben die Astronomen mehrere Radioteleskope auf der Erde und im Weltall zu einem virtuellen Superteleskop mit 350.000 Kilometern Durchmesser zusammengeschaltet - das entspricht fast dem Abstand Erde-Mond. "RadioAstron" ist damit das größte Teleskop in der Geschichte der Astronomie. Damit nahmen die Forscher das gigantische Schwarze Loch im Zentrum der Galaxie Perseus A ins Visier, die die Katalognummer NGC 1275 trägt.

Künstlerische Darstellung der Radioteleskope im Weltraum und auf dem Erdboden | Bildquelle: Pier Raffaele Platania INAF/IRA
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Künstlerische Darstellung der Radioteleskope im Weltraum und auf dem Erdboden, die bei der Beobachtung von NGC 1275, der Zentralgalaxie des Perseus-Galaxienhaufens in einer Entfernung von 230 Millionen Lichtjahren beteiligt waren.

Detailgenauigkeit von zwölf Lichttagen

Dank des virtuellen Superteleskops lasse sich in der 230 Millionen Lichtjahre entfernten Galaxie die Struktur des Jets in einer bislang unerreichten Detailgenauigkeit von zwölf Lichttagen abbilden, erläutert Ko-Autor Anton Zensus vom Bonner Institut, das mit seinem Radioteleskop in Effelsberg an der Untersuchung beteiligt war.

Zwölf Lichttage sind die Distanz, die das Licht in zwölf Tagen zurücklegt. Damit ist den Astronomen eine zehnmal bessere räumliche Auflösung gelungen als bisher möglich war. Zum Vergleich: Der nächste Nachbarstern der Sonne in unserer Galaxie ist etwa vier Lichtjahre entfernt.

Über dieses Thema berichtete MDR Kultur im Radio am 05. April 2017 um 07:40 Uhr. Am 10. April 2018 berichtete der WDR in seinem Kinderkanal "Kiraka" um 17:00 Uhr im "Klicker".

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