Erstaufnahmeunterkunft in Deggendorf | Bildquelle: dpa

Ausländerzentralregister 1,6 Millionen Schutzsuchende in Deutschland

Stand: 02.11.2017 09:52 Uhr

Seit Ende 2014 hat sich die Zahl der Schutzsuchenden mehr als verdoppelt: Rund 1,6 Millionen Männer, Frauen und Kinder leben in Deutschland, teilte das Statistische Bundesamt mit. Rund die Hälfte von ihnen kommt aus drei Ländern.

Die Zahl der Schutzsuchenden in Deutschland hat sich binnen zwei Jahren mehr als verdoppelt. Ende 2016 waren 1,6 Millionen Männer, Frauen und Kinder registriert - 851.000 oder 113 Prozent mehr als Ende 2014, wie das Statistische Bundesamt auf Basis des Ausländerzentralregisters mitteilte.

Als Schutzsuchende gelten Ausländer, die sich unter Berufung auf humanitäre Gründe in Deutschland aufhalten. Dazu zählen Menschen, die sich im Asylverfahren befinden, anerkannte Flüchtlinge nach der Genfer Konvention, sogenannte subsidiär Schutzberechtigte sowie abgelehnte Asylbewerber, die sich aber noch hier aufhalten. Etwa die Hälfte aller Schutzsuchenden kam aus drei Herkunftsländern - Syrien (455.000), Afghanistan (191.000) und dem Irak (156.000).

392.000 Ausländer wurden nach Angaben des Statistikamts nicht berücksichtigt, da sich nicht eindeutig bestimmen lasse, ob es sich um Schutzsuchende handele oder nicht. Insgesamt haben Schutzsuchende einen Anteil von 16 Prozent an der ausländischen Bevölkerung in Deutschland.

Oft nur befristete Anerkennungen

872.000 Schutzsuchende (54 Prozent) verfügten den Angaben nach über einen humanitären Aufenthaltstitel und damit über einen anerkannten Schutzstatus. Überwiegend war diese Anerkennung jedoch nur befristet. Bei 158.000 Personen wurde der Antrag auf Asyl abgelehnt. Diese seien grundsätzlich ausreisepflichtig. Bei 75 Prozent sei die Ausreisepflicht aber aufgrund einer Duldung vorübergehend ausgesetzt. Außerdem gibt es 573.000 Schutzsuchende, über deren Asylantrag noch nicht entschieden wurde.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 02. November 2017 um 06:30 Uhr.

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