Ein freudiger Daniel Günther | Bildquelle: REUTERS

Hochrechnung zur SH-Wahl CDU siegt im Norden - Schlappe für SPD

Stand: 07.05.2017 21:13 Uhr

Die CDU ist die klare Wahlsiegerin im Norden. Die Partei von Spitzenkandidat Günther holt laut ARD-Hochrechnung 32,5 Prozent. Die regierende SPD muss eine herbe Schlappe einstecken. Ganz stark sind Grüne und FDP. Die Küstenkoalition steht vor dem Aus. Gesucht: ein neues Dreierbündnis.

Die Menschen in Schleswig-Holstein haben die regierende Küstenkoalition von SPD, Grünen und SSW nach nur einer Legislaturperiode abgewählt. Klare Wahlsiegerin ist die CDU. Die Partei von Spitzenkandidat Daniel Günther kommt laut ARD-Hochrechnung auf 32,5 Prozent - wie schon bei der Wahl 2012 ist sie stärkste politische Kraft. Sie kann im Vergleich zu 2012 sogar zulegen und hat durchaus Chancen, den nächsten Regierungschef zu stellen. Ein Erfolg für den eher unbekannten 43-jährigen Günther, der im Herbst plötzlich und ungeplant oberster Wahlkämpfer der CDU wurde.

"Wir haben die Wahl gewonnen", jubelte Günther vor seinen Anhängern. Die Regierung Albig sei abgewählt. Die Menschen wollten eine starke Regierung unter CDU-Führung.

Daniel Günther | Bildquelle: dpa
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So sehen Sieger aus: CDU-Frontmann Günther

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Albig
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So sehen Verlierer aus: Regierungschef Albig

Schlappe für Albigs SPD

Die Sozialdemokraten von Ministerpräsident Torsten Albig müssen eine erhebliche Schlappe hinnehmen. Sie bleiben mit 26,8 Prozent sogar unter der 30-Prozent-Marke, die sie 2012 noch knapp überschreiten konnten. Von einem Amtsbonus konnte Albig also nicht profitieren. Von einem "bitteren Tag" sprach Landeschef Ralf Stegner. "Da gibt es nichts schönzureden."

CDU-Spitzenkandidat Daniel Günther stellt Anspruch auf die Regierungsbildung
tagesschau24 18:30 Uhr, 07.05.2017

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Auch 2012 war die CDU stärkste Kraft geworden - jedoch ganz knapp. Albig bildete dann mit Grünen und SSW die sogenannte Küstenkoalition, die trotz hauchdünner Mehrheit von einer Stimme geräuschlos und effizient regierte. Erklärtes Wahlziel Albigs war, diese Koalition fortzusetzen - das Ziel hat er verfehlt.

Enttäuschung bei der SPD: Ministerpräsident Torsten Albig zum schlechten Abschneiden der SPD
tagesschau24 18:30 Uhr, 07.05.2017

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Starke Grüne, starke FDP

Das liegt auch an der starken FDP. Die Liberalen holen mit ihrem omnipräsenten Frontmann Wolfgang Kubicki 11,4 Prozent und verbessern damit ihr Ergebnis von 2012 deutlich. Für die FDP geht der Trend also weiter nach oben - eine Woche vor der wichtigen Wahl in NRW kann die FDP weiter von ihrem Projekt Bundestag träumen.

Die Grünen holen ein zweistelliges Ergebnis und etablieren sich damit als drittstärkste Kraft im Norden. Mit 12,9 Prozent sind in etwa so stark wie 2012, und deutlich besser als im Bundestrend. Das liegt auch an Robert Habeck, Noch-Umweltminister mit bundespolitischen Ambitionen. Er trat jetzt zwar nicht als Spitzenkandidat an (das war Noch-Finanzministerin Monika Heinold), aber Habeck ist die mit Abstand markanteste Figur bei den Grünen im Norden.

AfD knapp über fünf Prozent

Der Südschleswigsche Wählerverband (SSW), die Partei der dänischen Minderheit und bisherige Mitregierungspartei, kommt auf 3,4 Prozent. Sie ist sicher wieder im Landtag, denn für sie gilt die Fünf-Prozent-Hürde nicht - ein politisches Unikum in Deutschland.

Die Linkspartei spielt in Schleswig-Holstein weiterhin politisch keine Rolle. Mit 3,7 Prozent verfehlt sie die Fünf-Prozent-Marke. Die Piraten sind raus, ihr Gastspiel im Landeshaus endet nach einer Legislaturperiode. Die AfD ist wohl drin - sie liegt bei 5,9 Prozent. Der Sprung ins zwölfte Landesparlament ist damit so gut wie sicher.

Wer regiert künftig in Kiel?

Die bisherige Küstenkoalition ist damit abgewählt. Für eine Fortsetzung reicht es nicht. Sechs Parteien sind im künftigen Kieler Landtag vertreten. Rechnerisch möglich sind nun Dreierbündnisse aus SPD, Grünen und FDP (Ampel) oder CDU, Grünen und FDP (Jamaika). Sowohl FDP als auch Grüne schlossen im Wahlkampf keine Bündnisse mit SPD oder CDU aus, wobei die Grünen keine große Lust auf eine Zusammenarbeit mit der im Norden eher konservativen CDU haben. Gut möglich also, dass Wahlverlierer Albig dennoch weiterregieren kann - mit Grünen und FDP.

FDP-Chef Kubicki ist da aber skeptisch: "Eine Regierung unter der Führung von Torsten Albig kann ich mir schwer vorstellen." Die SPD habe vier Prozent verloren, es sei kaum vermittelbar, wenn er im Amt bliebe. Grünen-Frontmann Habeck sagte dagegen: "Es ist klar, dass es eine deutliche Präferenz für die Ampel gibt."

Auch eine Große Koalition hätte eine Mehrheit - doch dieses Modell wird sowohl von SPD als auch von der CDU abgelehnt. Das liegt an ausgeprägter gegenseitiger Antipathie und schlechter Erfahrung. Das letzte Bündnis von CDU und SPD hielt mehr als schlecht als recht und scheiterte schließlich 2009 krachend.

Die Wahl im politisch eher unbedeutenden Schleswig-Holstein wird diesmal auch in NRW und in Berlin aufmerksam beäugt. Je nach Ausgang erhoffen sich die Wahlkämpfer an Rhein und Ruhr Rückenwind für die Abstimmung nächsten Sonntag - die letzte Wahl vor dem großen Finale im Herbst in Berlin.

Wahlberechtigt waren 2,3 Millionen Schleswig-Holsteiner, zuletzt deutete sich eine leicht höhere Wahlbeteiligung ab als 2012. Damals gaben 60,2 Prozent der Menschen ihre Stimme ab.

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Zahlen und Umfragen zur Landtagswahl Schleswig-Holstein 2017

Bild: Hochrechnung 01:11 Uhr

Über dieses Thema berichtete die ARD in einer Wahlsendung am 07. Mai 2017 um 17:45 Uhr.

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