Polizei Blaulicht  | Bildquelle: dpa

Bundesweite Durchsuchungen Razzien gegen Scheinehen-Netzwerke

Stand: 21.03.2018 20:02 Uhr

Fast 1000 Ermittler waren in ganz Deutschland und in Tschechien im Einsatz, um Netzwerke zur Vermittlung von Scheinehen und Schwarzarbeit zu zerschlagen. Mehrere Verdächtige wurden festgenommen.

Etwa 850 Polizeibeamte sind gegen Banden vorgegangen, die durch die Vermittlung von Scheinehen Zuwanderern das Erschleichen von Aufenthaltstiteln ermöglicht haben sollen. Die Ermittler durchsuchten Objekte in sieben Bundesländer und Tschechien, Schwerpunkt der Ermittlungen war das Rhein-Main-Gebiet. Mehrere vedächtige Personen wurden festgenommen und noch am Abend dem Haftrichter vorgeführt.

Mehrere hundert Fälle

Ermittelt wurde gegen mehrere parallel agierende Gruppen von kosovarischen, bulgarischen und serbischen Staatsangehörigen. Sie sollen ein System aufgebaut haben, mit dessen Hilfe sie Nicht-EU-Bürgern Scheinehen mit Frauen aus EU-Staaten vermittelten. Die meisten dieser Männer stammten aus dem Kosovo. Manche hätten fünfstellige Summen für die Heirat mit Frauen aus Tschechien, Rumänien oder Bulgarien gezahlt. Die Staatsanwaltschaft geht von mehreren hundert so geschlossenen Scheinehen aus.

Auch Schwarzarbeit im Visier der Ermittler

Außerdem sollen mehrere Beschuldigte in Bauunternehmen Schwarzarbeiter beschäftigt und deren Löhne mittels Scheinrechnungen verschleiert haben. Dadurch wurden Lohn- und Umsatzsteuern hinterzogen. Zudem geht die Staatsanwaltschaft davon aus, dass Sozialversicherungsbeiträge in Höhe von etwa sechs Millionen Euro nicht abgeführt wurden.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 21. März 2018 um 17:00 Uhr.

Darstellung: