Sitzung des Kabinetts | Bildquelle: dpa

Mitarbeiter der Regierung Tausende sachgrundlose Befristungen

Stand: 20.06.2018 11:58 Uhr

Geht es um die eigenen Mitarbeiter, hält sich die Bundesregierung nicht an ihre Vorgaben. Bei mehr als der Hälfte der befristet Beschäftigten gibt es keine sachlichen Gründe dafür.

Die Bundesregierung beschäftigt nach eigenen Angaben derzeit etwa 7900 Mitarbeiter mit befristeten Arbeitsverträgen, ohne dabei einen konkreten Sachgrund für die Befristung anzugeben. Damit nutze die Regierung das Instrument der sachgrundlosen Befristung bei mehr als der Hälfte aller ihrer Befristungsfälle, berichtete die "Rheinische Post" unter Berufung auf die Antwort der Bundesregierung auf eine Frage des FDP-Abgeordneten Otto Fricke.

Rund 80 Prozent der Befristungen im Innenministerium sachgrundlos

Eingang Bundesinnenministerium Berlin
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Allein im Bundesinnenministerium hatten Ende Januar 4541 von insgesamt 5595 befristet beschäftigten Mitarbeitern eine sachgrundlose Befristung.

Demnach hatten allein im Bundesinnenministerium Ende Januar 4541 von insgesamt 5595 befristet beschäftigten Mitarbeitern eine sachgrundlose Befristung. Das sind mehr als 80 Prozent.

Laut Koalitionsvertrag von Union und SPD sollen künftig in Betrieben mit mehr als 75 Beschäftigten nur noch höchstens 2,5 Prozent der Mitarbeiter ohne Sachgrund befristet beschäftigt werden können. In den Bundesministerien sei der Prozentsatz derzeit deutlich höher, schreibt das Blatt.

Die Befristung eines Arbeitsvertrages ohne "sachlichen Grund" ist aktuell für eine Dauer von zwei Jahren zulässig. Innerhalb dieses Zeitraums kann ein befristeter Arbeitsvertrag höchstens dreimal verlängert werden. Tarifverträge können Abweichungen vorsehen.

Anmerkung der Redaktion: Die ursprünngliche Version des Artikels enthielt einen sachlichen Fehler. Deshalb wurde er am 20.06.2018 noch einmal überarbeitet.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 04. Juni 2018 um 09:00 Uhr in den Nachrichten.

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