Annegret Kramp-Karrenbauer (Archivbild) | Bildquelle: dpa

Landtagswahl im Saarland CDU gewinnt klar an der Saar

Stand: 26.03.2017 18:00 Uhr

Die CDU bleibt klar stärkste Kraft im Saarland. 41 Prozent holt die Partei von Regierungschefin Kramp-Karrenbauer. Die SPD erreicht 29,5, die Linkspartei 13 Prozent. Die AfD ist einstellig. FDP und Piraten sind raus. Die Grünen müssen zittern. Damit könnte die Große Koalition weitermachen.

Die CDU von Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer hat die Landtagswahl im Saarland gewonnen. Laut Prognose von Infratest dimap erreicht die CDU 41 Prozent, deutlich mehr als 2012 (35,2 Prozent).

Die SPD mit Spitzenkandidatin Anke Rehlinger kommt mit 29,5 Prozent auf den zweiten Platz - das ist weniger als zuletzt in Umfragen vorhergesagt und auch weniger als 2012 (30,6 Prozent). Die Linkspartei mit Galionsfigur Oskar Lafontaine an der Spitze erreicht laut Prognose 13 Prozent und bleibt damit hinter ihrem Ergebnis von 2012 zurück (16,1 Prozent).

Oskar Lafontaine, Anke Rehlinger und Annegret Kramp-Karrenburger | Bildquelle: dpa
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Die großen Drei an der Saar: Lafontaine, Kramp-Karrenbauer und Rehlinger

AfD sicher im Parlament

Die AfD bleibt bei ihrer Premiere im Saarland einstellig, schafft aber locker die Fünf-Prozent-Hürde. 6,0 Prozent holt die Partei mit Spitzenkandidat Rolf Müller, die AfD ist damit in elf Landesparlamenten vertreten.

Die Grünen, die es 2012 nur denkbar knapp in den Landtag geschafft haben, scheitern diesmal wohl an der Sperrklausel. Laut Prognose liegen die Grünen mit dem Spitzenduo Hubert Ulrich und Barbara Meyer-Gluche bei 4,5 Prozent. Für die FDP ist der Wahlabend gelaufen - mit 3,0 Prozent hat sie erneut nichts mit der Zusammensetzung des Landtags zu tun. Raus sind die Piraten: Nach fünf Jahren im Parlament, scheitern sie nun klar an der Fünf-Prozent-Hürde.  

Große Koalition oder Linksbündnis?

CDU-Ministerpräsidentin und Merkel-Vertraute Kramp-Karrenbauer ist damit klare Wahlsiegerin an der Saar. Ihr Ziel war es, stärkste Kraft im Land zu bleiben - und die Große Koalition mit der SPD unter ihrer Führung fortzusetzen. Das Bündnis arbeitet seit 2012 geräuschlos und effizient.

SPD-Spitzenfrau Rehlinger hatte sich im Wahlkampf alle Koalitionsoptionen offen gelassen. Die SPD wollte stärkste Kraft werden und wäre auch einem Bündnis mit der Linkspartei nicht abgeneigt gewesen. Es wäre die erste rot-rote Koalition in einem westdeutschen Bundesland. Lafontaine warb offensiv für Rot-Rot.

Schon nach der Wahl 2012 hätte es für ein Linksbündnis mit den Grünen gereicht, doch der damalige SPD-Spitzenkandidat Heiko Maas lehnte ein Zusammengehen mit der Lafontaine-Partei ab. Anke Rehlinger, die Maas 2014 beerbte, hat weniger Berührungsängste mit dem Ex-SPD-Mann.

Ein halbes Jahr vor der Bundestagswahl ist der Machterhalt an der Saar für die Merkel-CDU ein Start nach Maß ins Superwahljahr. Und die SPD? Muss erkennen, dass der "Schulz-Effekt" nicht gleichbedeutend mit Wahlsiegen ist. Doch die Aussichten für die SPD sind nicht schlecht: Bei den nächsten Wahlen - in Schleswig-Holstein und in Nordrhein-Westfalen - hat die CDU wenig zu gewinnen.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 26. März 2017 um 19:00 Uhr.

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