Burkhard Garweg, Ernst-Volker Wilhelm Staub und Daniela Klette  | Bildquelle: AP

Ermittlungen gegen Terroristen RAF-Trio an weiterem Überfall beteiligt?

Stand: 19.01.2016 14:55 Uhr

Jahrelang hatten die Ermittler nichts von einem RAF-Terror-Trio gehört. Nun sind ihre DNA-Spuren nach einem Überfall wieder aufgetaucht. Und: Möglicherweise sind sie für mehrere Taten verantwortlich. Experten deuten die Angriffe jedoch nicht als Wiedergeburt der RAF.

Die untergetauchten RAF-Terroristen Ernst-Volker Wilhelm Staub, Burkhard Garweg und Daniela Klette stehen im Verdacht, an einem weiteren Überfall beteiligt gewesen zu sein - und zwar am 28. Dezember 2015 in Wolfsburg. Das teilte die Staatsanwaltschaft in Verden mit. Aktuell lägen neue DNA-Analyseergebnisse vor. Der Transporterfahrer konnte damals flüchten, die Räuber gingen leer aus.

Die Ermittler waren den Terroristen auf die Spur gekommen, als bei einem weiteren Raubüberfall bei Bremen DNA-Spuren des Trios auftauchten. Auch damals konnten die Täter kein Geld erbeuten. Hinweise auf einen terroristischen Hintergrund bei dem Überfall im Juni 2015 gebe es nicht, erklärte die Staatsanwaltschaft.

Bei den Verdächtigen handelt es sich um den 61-jährigen Staub, den 47-jährigen Garweg sowie die 57-jährige Klette. Laut Generalbundesanwalt werden sie verdächtigt, der dritten Generation der Roten Armee Fraktion angehört haben.

Spuren nach Raubüberfall bei Bremen und Wolfsburg führen zur RAF
tagesschau 20:00 Uhr, 19.01.2016, Angelika Henkel, NDR

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Experte: Keine politische Gewalt

Für den Terrorexperten Butz Peters stellen die Überfälle nicht den Auftakt einer neuen politischen Gewaltwelle dar: "Dass jetzt eine vierte Generation losmarschieren will, glaube ich nicht", sagte Peters, der mehrere Bücher über die RAF verfasst hat.

Der Dresdener Rechtsanwalt geht davon aus, dass es dem Trio bei dem missglückten Überfall in erster Linie um Geld ging, mit dem sich die drei ihre Altersvorsorge sichern wollten. "Wer viele Jahre im Untergrund gelebt hat, der kann halt in keine Rentenversicherung einzahlen oder sich Ähnliches aufbauen", sagte Peters, der früher Moderator der ZDF-Sendung "Aktenzeichen xy - ungelöst" war.

Ermittler vermuten, dass die drei Terroristen im Juli 1999 in Duisburg einen Geldtransporter überfallen haben. Die Täter erbeuteten mehr als eine Million Mark. Dieses Geld könnte nun aufgebraucht sein. Unter anderem wegen dieser Tat ermittelt der Generalbundesanwalt gegen das Terror-Trio.

Generalbundesanwalt ermittelt seit Jahren

Verdächtigt werden die drei Terroristen aber auch, an einem Sprengstoffanschlag im März 1993 auf die Justizvollzugsanstalt Weiterstadt in Hessen beteiligt gewesen zu sein. Ihnen wird versuchter Mord und versuchter schwerer Raub vorgeworfen. Laut Generalbundesanwalt sollen sie den Anschlag gemeinsam mit Birgit Hogefeld und Wolfgang Grams als Kommando "Katharina Hammerschmidt" begangen haben.

Bei der Tat von Weiterstadt sollen die Terroristen Wachpersonal gefesselt und mit einem Wagen vom Gelände gebracht haben. Außerdem wird ihnen vorgeworfen, das Gebäude durch mehrere Sprengsätze beschädigt zu haben.

Die RAF löste sich im April 1998 auf. Die drei Terroristen sollen danach eine neue terroristische Vereinigung gegründet haben.

Raubüberfall mit Spuren zur RAF
S. Schölermann, DLF
19.01.2016 15:22 Uhr

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