Annegret Kramp-Karrenbauer | Bildquelle: AFP

Annegret Kramp-Karrenbauer Mit Gespür und Ellenbogen

Stand: 19.02.2018 12:44 Uhr

Annegret Kramp-Karrenbauer gilt als ruhig, unprätentiös und analytisch brillant. Ihre steile Karriere verdankt sie auch ihrer Durchsetzungskraft.

Von Janek Böffel, SR

"Bei meinem ersten Auftritt bei der Jungen Union in St. Wendel wurde ich als Kramp-Kampfhausen bezeichnet", erzählt Annegret Kramp-Karrenbauer über den Beginn ihrer politischen Laufbahn. Doch sie sorgte dafür, dass sie im Gedächtnis blieb.

Aufgewachsen in einem konservativ-katholischen Elternhaus, trat sie mit 18 in die CDU ein. Sie heiratete mit 22 und bekam drei Kinder. Klassisch saarländisch soweit. Doch um den Nachwuchs kümmerte sich ihr Mann Helmut, ein ehemaliger Bergbauingenieur. Er überließ ihr die Karriere - und die verlief steil.

Annegret Kramp-Karrenbauer im Portrait
tagesschau24 10:00 Uhr, 19.02.2018, Simone Blaß, SR

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Ministerin mit 38, Ministerpräsidentin mit 48

Mit 38 wurde Kramp-Karrenbauer die erste Landesinnenministerin Deutschlands und mit 48 Jahren Ministerpräsidentin. Und das, zumindest nach außen hin, ohne überbordendes Ego. "Generell ist mein Eindruck, auch in der Zusammenarbeit mit Kolleginnen, ob auf Bundes- oder Landesebene, dass es nicht wichtig ist, wer den größten Apparat, das größte Auto oder den größten Schreibtisch hat", sagte sie einmal. "Das wird alles etwas anders gesehen, als das - nicht bei allen Männern - aber bei dem ein oder anderen der Fall ist."

Doch wer sie mit ihrer ruhigen, unprätentiösen Art unterschätzt, der geht fehl. Kramp-Karrenbauer kann auch anders. "Wenn ich nur mit Sympathie und Netzwerken agieren würde, wäre ich heute nicht hier, wo ich bin", sagt sie. "Sondern da braucht man auch ein Stück Ellenbogen dazu, um auch eigene Interessen durchzusetzen."

Ellenbogen im richtigen Moment einsetzen

Das ist für ihre Gegner die größte Gefahr. Kramp-Karrenbauer weiß, wann sie diese Ellenbogen einzusetzen hat. Selbst weniger wohlmeinende Weggefährten bescheinigen ihr eine brillante Analyse-Fähigkeit und ein außerordentliches politisches Gespür. Wie damals Anfang 2012, als sie die deutschlandweit erste Jamaika-Koalition entgegen vieler Ratschläge aufkündigte - ausgerechnet zum Dreikönigstreffen der FDP. "Schluss mit Partnern, die nicht verlässlich sind, ja zur Verantwortung. Und damit ja auch zum Bruch von Jamaika. Und es war richtig und ich bin stolz darauf, dass wir es getan haben", sagt sie.

Es war ein riskanter Schritt ins Nichts, doch die Zeit gab ihr Recht. Ihre Beliebtheitswerte im Land sind exzellent, der Wahlsieg der CDU im März 2017 war auch ihr Erfolg als Landesmutter. Der Schulz-Zug des damals aussichtsreich gestarteten SPD-Chefs wurde weit weg von Berlin schon in Saarbrücken gestoppt. Und das mit einem Ergebnis von mehr als 40 Prozent für die Saar-CDU.

Merkel und Kramp-Karrenbauer
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Politische Nähe: Angela Merkel und Annegret Kramp-Karrenbauer nach der Landtagswahl.

Nähe zu Kanzlerin Merkel

Das weckt Sehnsüchte in Kramp-Karrenbauers Partei. Nicht erst seitdem fiel ihr Name immer wieder in Berlin. Als Ministerin, gar als Nachfolgerin von Bundeskanzlerin Angela Merkel wurde sie gehandelt. Auch weil sie trotz konservativen Wertegerüsts nie einen Hehl aus der politischen Nähe zu Merkel machte.

Sie selbst dementierte aber immer. "Ich bin immer gerne in Berlin. Es ist immer auch schön, dort die Kollegen zu treffen. Auch dort das ein oder andere Mal Großstadtluft zu schnuppern", sagte Kramp-Karrenbauer. "Aber ich bin jedes Mal auch froh, wenn ich wieder im Saarland bin. Das war eine grundehrliche Antwort. Ich will keinen Ministerposten. Ich will Ministerpräsidentin bleiben."

Wer allerdings abseits des Mikrofons mit ihr sprach, der hörte immer wieder eine Variante. Dann, wenn das politische Erbe von Angela Merkel in Gefahr gerät, dann würde sie Verantwortung in Berlin übernehmen. Jetzt scheint es so weit zu sein.

Porträt Annegret Kramp-Karrenbauer
Jannek Böffel, SR
19.02.2018 12:51 Uhr

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Über dieses Thema berichtete am 19. Februar 2018 tagesschau24 um 10:00 Uhr und NDR Info um 13:00 Uhr.

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