Frank-Walter Steinmeier und Elke Büdenbender | Bildquelle: AP

Steinmeiers Ehefrau im Porträt "Selbstbewusst, intelligent, einfach toll"

Stand: 11.02.2017 16:20 Uhr

Ihr Mann spendete ihr eine Niere - und sie wird den Job für ihn aufgeben. Viel mehr ist den meisten nicht bekannt über die künftige "erste Frau im Staat". Morgen wird Frank-Walter Steinmeier aller Voraussicht nach zum Bundespräsidenten gewählt. Wer ist die Frau an seiner Seite?

Von Sabine Müller, ARD-Hauptstadtstudio

Es gibt vieles, was man über die zurückhaltende Elke Büdenbender nicht weiß, aber klar ist: Die 55-Jährige hat Humor. Als sie im Bundestagswahlkampf 2009 in einem Interview sagte, sie wolle auch als Kanzlergattin weiter als Verwaltungsrichterin arbeiten, da kam die Nachfrage: Und ihr Mann? "Mein Mann macht seinen Beruf weiter", sagte sie lachend.

Den Humor teilt Büdenbender mit Frank-Walter Steinmeier - genauso wie die Herkunft aus eher kleinen Verhältnissen. Die Tochter eines Tischlers aus dem Siegerland hat Ambitionen, Aufstiegswillen. Nach der Ausbildung zur Industriekauffrau holt sie das Abitur nach und studiert Jura. Ihre gute Freundin, Wirtschaftsministerin Brigitte Zypries, sagt, Büdenbender habe einen extrem starken Willen: "Sie ist eine Frau, die sehr zäh ist, die sehr genau weiß, was sie will - und wie sie das dann auch durchsteht."

Organspende als Liebesbeweis

Durchstehen musste Büdenbender körperlich einiges - wegen ihrer Nierenerkrankung: "Es gibt den ärztlichen Rat, dass ihr nur eine Organtranspantation wirklich helfen kann", berichtete ihr Mann damals. Frank-Walter Steinmeier selbst spendete 2010 die Niere. Seitdem feiert das Paar den 24. August, den Tag der Transplantation, als gemeinsamen Geburtstag.

Die Organspende - ein Liebesbeweis Steinmeiers an die Frau, die ihm seit über 20 Jahren Ehe den Rücken freihält. Die mit der gemeinsamen Tochter mitzog, egal wohin ihn seine politische Karriere verschlug. Die sich schützend vor ihn stellt, wenn er als spröder Langeweiler kritisiert wird und die sagt: Wer um Mitternacht von einer Auslandsreise nach Hause kommt und dann bis zwei Uhr mit der Tochter IKEA-Regale aufbaut, kann doch nur ein toller Typ sein.

Brigitte Zypries (2016) | Bildquelle: dpa
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Ihre gute Freundin, Wirtschaftsministerin Brigitte Zypries, sagt, Büdenbender habe einen extrem starken Willen: "Sie ist eine Frau, die sehr zäh ist, die genau weiß was sie will."

Nie nur "die Frau von"

Bei aller Rückendeckung für den Ehemann blieb Büdenbender aber immer eigenständig und war niemals nur "die Frau von". Ex-Kanzler Schröder lobte sie mal als "selbstbewusst, intelligent, einfach toll". Frank macht seinen Job, ich mache meinen, sagte Büdenbender 2009. Und man hörte, dass sie in ihrem Beruf als Richterin aufgeht: "Mein Beruf ist für mich ganz wichtig, weil ich das mache, was ich wirklich will. Und das verschafft mir sehr viel Zufriedenheit."

Jetzt wird sie den Beruf und damit einen Teil ihrer Eigenständigkeit aufgeben, um sich auf den Job als "First Lady" zu konzentrieren, sagt ihre Freundin Brigitte Zypries: "Ich fürchte, dass das für sie nicht einfach wird am Anfang. Aber sie weiß um die Risiken und um die Probleme - trotzdem hat sie gesagt, sie macht es mit."

Kein Traumjob

Die "erste Frau im Staat" zu werden ist auch deshalb kein Traumjob für die 55-Jährige, weil sie ein sehr privater Mensch ist, wie sie 2009 sagte: "Ich finde das Leben in der Öffentlichkeit anstrengend."

Statt wie bisher am liebsten in Jeans und Sweatshirt auf dem Fahrrad oder im Garten unterwegs zu sein, wird sie künftig verstärkt auf roten Teppichen stehen, bei festlichen Empfängen die Gastgeberin geben. Doch das neue Leben wird auch eine sehr positive Änderung bringen: Weil der Terminkalender eines Bundespräsidenten deutlich entspannter ist als der eines Außenministers, wird Elke Büdenbender ihren Mann in Zukunft viel öfter sehen als bisher.

Steinmeiers Ehefrau Elke Büdenbender im Porträt
S. Müller, ARD Berlin
11.02.2017 12:47 Uhr

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Über dieses Thema berichteten NDR Info am 11. Februar 2017 um 17:38 Uhr und WDR 5 am 13. Februar 2017 um 07:42 Uhr im "Morgenecho".

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