Nach Zugunglück von Bad Aibling Politischer Aschermittwoch fällt aus

Stand: 09.02.2016 20:46 Uhr

Deftige Reden, heftige Attacken auf den politischen Gegner: Danach ist in Bayern angesichts des Zugunglücks von Bad Aibling niemandem zumute. Deswegen sagten die Parteien ihre Veranstaltungen zum Politischen Aschermittwoch ab.

Angesichts des schweren Zugunglücks von Bad Aibling haben die Parteien ihre Veranstaltungen zum Politischen Aschermittwoch abgesagt. CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer sagte dem "Bayernkurier": "Aus Respekt vor den Opfern des tragischen Zugunglücks findet der morgige Politische Aschermittwoch der CSU nicht statt." Ganz Bayern trauere um die Toten der Katastrophe.

Auch SPD, Grüne, Linkspartei und FDP entschlossen sich zu dem Schritt. "Der Politische Aschermittwoch lebt von der Auseinandersetzung und dem Schlagabtausch der Parteien. Dafür ist heute und morgen kein Raum. Wir empfehlen unseren Parteigliederungen, diesem Beispiel zu folgen", erklärte der bayerische SPD-Landesvorsitzende Florian Pronold.

Polititscher Aschermittwoch fällt aus
ARD-Morgenmagazin, 10.02.2016, Kerstin Dausend, ARD Berlin

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BayernSPD @BayernSPD
Absage des #Politischen #Aschermittwochs in #Vilshofen nach Abstimmung mit anderen Parteien. #pam16

Tausende wollten zu Parteiveranstaltungen

Der Politische Aschermittwoch in Bayern zählt zu den traditionsreichsten politischen Veranstaltungen im Freistaat. Jedes Jahr kommen dazu Tausende nach Ostbayern, um den meist deftigen Reden der Parteienvertreter zuzuhören.

Die CSU hatte ihre Veranstaltung mit mehr als 3000 Besuchern in Passau geplant. Dort sollte Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer den Kurs der Christsozialen deutlich machen. Die SPD wollte ihre Anhänger in Vilshofen auf die anstehenden Landtagswahlkämpfe einstellen.

Merkel und Gabriel sagen ebenfalls ab

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte einen geplanten Auftritt ab. Die CDU-Chefin sollte ursprünglich auf dem Politischen Aschermittwoch in Demmin (Mecklenburg-Vorpommern) sprechen. Der Auftritt von SPD-Chef Sigmar Gabriel in Mainz findet ebenfalls nicht statt.

Bei dem Zugunglück waren zwei Regionalzüge auf der eingleisigen Strecke zwischen Holzkirchen und Rosenheim frontal zusammengestoßen. Zehn Menschen kamen ums Leben, viele wurden verletzt.

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Zugunglück bei Bad Aibling

Zugunglück in Bad Aibling

Um 6.48 Uhr sind in der Nähe von Bad Aibling in Oberbayern zwei Züge auf einer eingleisigen Bahnstrecke frontal zusammengestoßen. Mehrere Menschen kamen ums Leben, mehr als 100 wurden verletzt. | Bildquelle: dpa

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