SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz | Bildquelle: dpa

Politischer Aschermittwoch Am Stammtisch der gefühlten Mehrheit

Stand: 01.03.2017 12:11 Uhr

CSU und SPD sind in den Politischen Aschermittwoch gestartet. SPD-Kanzlerkandidat Schulz warb in Vilshofen für Europa. "Mit mir wird es kein Schlechtreden der EU geben", sagte Schulz vor rund 5000 Menschen. In Passau redet momentan CSU-Chef Seehofer.

Unter dem Jubel von mehreren Tausend Besuchern hat die SPD ihre Aschermittwochs-Kundgebung in Vilshofen begonnen. Der SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz und der österreichische Bundeskanzler Christian Kern zogen unter großem Applaus ins Festzelt ein.

Seine Rede begann Schulz mit einem Seitenhieb auf die CSU: "Ich hab gelesen, die gefühlte Mehrheit sitzt in Passau. Ich glaube, die tatsächliche Mehrheit sitzt hier", so Schulz.

Er spielte damit auf CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer an, der von "gefühlt" 10.000 Besuchern beim CSU-Aschermittwoch in Passau gesprochen hatte, obwohl dort nach offiziellen Angaben nur gut 4000 Menschen in die Halle passen. Die SPD hat ein Zelt für 5000 Besucher aufstellen lassen - und die Bierbänke waren anders als in Vorjahren bis nach hinten besetzt.

Politischer Aschermittwoch
tagesschau 14:15 Uhr, 01.03.2017, Sebastian Kraft. BR

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"Bollwerk gegen Ausgrenzung und Abschottung"

In seiner Rede setzte Schulz einen Schwerpunkt auf EU-Themen: Die Sozialdemokraten seien schon immer ein Bollwerk gegen Ausgrenzung, Abschottung und Ultra-Nationalismus gewesen, darauf sei man stolz. "Denn wir wissen: Wenn Europa stark ist, sind wir auch in den Ländern und Regionen stark".

Die Rechten hätten für alles einen Sündenbock, und für nichts eine Lösung. Er sende ein klares Nein an die Nationalisten, die Europa zerstören wollen. "Mit mir wird es kein Schlechtreden der EU geben", sagte Schulz. Zudem sei Europakompetenz im Kanzleramt ein Vorteil - kein Nachteil.  

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Die CSU hatte zuvor mit dem Einmarsch von Parteichef Horst Seehofer und seiner Frau Karin in Passau den Politischen Aschermittwoch begonnen. Von den Besuchern in der voll besetzten Dreiländerhalle wurde Ministerpräsident Seehofer mit viel Applaus begrüßt.

"Es ist ein Fest der Demokratie, der Mythos ist immer da. Heute wird ordentlich gefeiert für die Politik. Wir haben das Original, den weltweit größten Stammtisch", sagte CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer kurz vor Beginn der Veranstaltung.

Erstmals sind vier Redner vorgesehen: neben Seehofer Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt, der bayerische Innenminister Joachim Herrmann und CSU-Vize Manfred Weber.

Warnung vor Rot-Rot-Grün

Weber griff in seiner Rede SPD-Kandidat Schulz direkt an: "Wer Martin Schulz wählt, der holt die Türkei in die Europäische Union - und das ist falsch", sagte Weber. Dobrindt warnte dagegen vor einer rot-rot-grünen Koalition. Es gehe darum, ob Deutschland mit der Union aus CDU und CSU ein bürgerliches Land bleibe oder mit einem rot-rot-grünen Bündnis eine linke Republik werde, sagte Dobrindt.

"Die Erben der SED sind real, SPD und Grüne sind die Steigbügelhalter der Kommunisten", sagte Dobrindt.

Auch die Linkspartei feiert ihren Aschermittwoch in Passau. Linkspartei-Chefin Katja Kipping zeigte sich dabei vom Umfrage-Höhenflug von SPD-Kanzlerkandidat Schulz angetan. "Der Schulz-Effekt ist ermutigend für uns: Das ist doch toll, wenn wieder mehr über soziale Gerechtigkeit gesprochen wird". Das sei besser als wie das Kaninchen vor der Schlange auf Themen der AfD zu starren.

Nach den bisherigen Äußerungen von Schulz zum Thema Hartz IV frage sie sich aber, "ob Martin Schulz nur ein Kosmetiker mit ein paar schönen Worten werden will oder Kanzler einer menschlichen sozialen Wende", sagte Kipping. Den CSU-Chef Horst Seehofer verspottete sie als "Donald Trump Bayerns".

"Klein Trumpi unterscheidet vom großen Donald Trump, dass sein Land kleiner ist, über keine Atomwaffen verfügt und nicht twittert.", so Kipping.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 01. März 2017 um 14:15 Uhr.

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