Flugzeug im Landeanflug | Bildquelle: picture alliance / Sven Hoppe/dp

65 Angriffe bundesweit Dutzende Piloten von Laserpointern geblendet

Stand: 29.08.2017 11:25 Uhr

Es sind Angriffe, die viele Leben gefährden: 65 Mal wurden bundesweit in diesem Jahr Piloten mit Laserpointern geblendet, dazu kommen 31 Angriffe auf deutsche Flugzeuge im Ausland. Die Vereinigung Cockpit fordert, starke Laserpointer unter das Waffengesetz zu stellen.

In den ersten sieben Monaten des Jahres 2017 wurden in Deutschland 65 Mal Piloten mit Laserpointern geblendet - und das sind nur die Fälle, die bekannt sind. Wie Cornelia Cramer, Sprecherin des Luftfahrt-Bundesamtes in Braunschweig, der Deutschen Presse-Agentur mitteilte, wurden die meisten Angriffe mit zehn Vorfällen rund um den Flughafen Berlin-Tegel gemeldet, gefolgt von Frankfurt am Main (neun) und Hamburg (sieben).

Allerdings sind nur deutsche Luftfahrtunternehmen verpflichtet, dem Amt Laserattacken auf Flugzeuge und Hubschrauber zu melden. Ausländische Luftfahrtunternehmen, die im deutschen Luftraum fliegen, müssen die Vorfälle nicht angeben. Wie viele Fälle es in Deutschland zum vergleichbaren Zeitpunkt im vergangenen Jahr gab, konnte die Behörde nicht sagen.

"Wahnsinnig genervt"

Zu Jahresende könnten sich die Zahlen noch stark erhöhen. Das lässt dem Luftfahrt-Bundesamt zufolge die Erfahrung aus den vergangenen Jahren vermuten. "Wenn die Tage kürzer werden, steigt die Zahl der Laserpointer-Angriffe in der Regel", sagte Cramer. Nach ihren Angaben wurden zusätzlich zu den 65 Fällen im deutschen Luftraum 31 Laserpointer-Attacken auf deutsche Maschinen im Ausland gemeldet - insgesamt also 96 Fälle. "96 zu viel", wie Markus Wahl, Sprecher der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit, sagt. Jeder Fall könne Menschenleben gefährden. Die Forderungen, die die Gewerkschaft vor zwei Jahren an die Politik gerichtet habe, seien nicht ansatzweise erfüllt worden.

Viele Piloten seien "wahnsinnig genervt" von den Angriffen, sagt Wahl - vor allem, weil sich deren Zahl nach Meinung der Gewerkschaft ohne großen Aufwand reduzieren ließe. Kernforderung der Vereinigung Cockpit ist, dass leistungsstarke Laserpointer mit mehr als 500 Milliwatt unter das Waffengesetz gestellt werden. "Deren Besitz muss strafbar sein."

Zahl der Angriffe geht seit 2014 zurück

Im vergangenen Jahr waren dem Luftfahrt-Bundesamt in Deutschland 141 Laserattacken gemeldet worden, 36 davon auf Hubschrauber. Das waren weniger Fälle als 2015, als der Behörde von insgesamt 156 Fällen berichtet worden war. Damit setzt sich der Trend fort, wonach die Zahl der Angriffe bereits seit 2014 zurückgeht. Nach Angaben des Luftfahrt-Bundesamtes sind deutsche Luftfahrtunternehmen seit acht Jahren verpflichtet, Laserattacken auf Flugzeuge und Hubschrauber zu melden. Das gilt auch für die Fälle, in denen deutsche Flugzeuge und Hubschrauber im ausländischen Luftraum von Laserpointern geblendet werden. Solche Fälle hatte es im vergangenen Jahr 77 Mal gegeben.

Wer Piloten mit einem Laserpointer blendet, macht sich in Deutschland strafbar. In Paragraf 315 des Strafgesetzbuches ist geregelt, dass "gefährliche Eingriffe in den Bahn-, Schiffs- und Luftverkehr" mit Freiheitsstrafen von bis zu zehn Jahren Haft bestraft werden können.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 29. August 2017 um 09:25 Uhr.

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