Petry im Bericht aus Berlin "Eine klare Abstimmungsniederlage"

Stand: 23.04.2017 18:49 Uhr

AfD-Parteichefin Petry räumt im Bericht aus Berlin ein, mit ihrer gescheiterten Strategiefrage eine Niederlage erlitten zu haben. Ein Rechtsruck droht der Partei ihrer Meinung nach dennoch nicht. Nun müsse sich das neue Wahlkampf-Spitzenduo beweisen.

Der AfD-Parteitag hatte mit einer Schlappe für Frauke Petry begonnen: Ihr Antrag, über die künftige Ausrichtung der Partei zu beraten, wurde von den Delegierten gar nicht erst zur Diskussion zugelassen. Im Bericht aus Berlin räumte die Parteichefin ein, damit "eine ganz klare Abstimmungsniederlage" erlitten zu haben. Gleichzeitig betonte sie, sie halte es "nach wie vor für falsch, dass wir uns dieser Strategiefrage nicht gestellt haben".

Im Gespräch mit Tina Hassel bestreitet Petry eine Distanz zu ihrer Partei und dass nun das Ende ihrer Karriere beginnen würde. "Wissen Sie, wenn wir mal zählen, wie oft schon das Ende von Frauke Petry in der AfD oder im Parteivorsitz beschrieben wurde, dann kommen wir, glaube ich, mit zwei Händen gar nicht aus."

Tina Hassel, ARD Berlin, im Gespräch mit Frauke Petry
Bericht aus Berlin, 23.04.2017

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"Eine eher ungewöhnliche Situation "

Obwohl Beobachter einen herben Machtverlust für Petry sehen, betont die Politikerin, weiter aktiv an der Diskussionen zu beteiligen: "Natürlich wird ein gezieltes Eingreifen des Bundesvorstands oder meiner Person weiterhin notwendig sein - wenn sich Entwicklungen ergeben, von denen ich glaube, dass sie für die Partei schädlich sind." Konfrontiert mit ihrer eigenen Aussage, abzuwarten und zu beobachten, wohin sich die Partei entwickele, sagte Petry: "Ich verstehe, dass es eine eher ungewöhnliche Situation in der Partei ist. Aber die AfD ist ja auch noch jung." Ein Rechtsruck droht Petry zufolge nicht.

Mit Blick auf das neue Wahlkampf-Spitzenduo sagte Petry, auf Alexander Gauland und Alice Weidel - die "ein bisschen unverbrauchter" als sie selbst seien - komme in den nächsten Monaten sehr viel Verantwortung zu. Vor allem der rechtsnationalen Gauland "muss sich aber in dieser Position natürlich auch beweisen." Die Wahl sei Ausdruck des Wunsches, beide Pole der Partei inhaltlich zu repräsentieren.

Machtkampf in der AfD: Wohin dreht sich die Partei?
Bericht aus Berlin, 23.04.2017, Ulla Fiebig, ARD Berlin

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Dieser Beitrag lief am 23. April 2017 um 18:20 Uhr im Bericht aus Berlin.

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