Gedenkstein für Peggy | Bildquelle: dpa

Ermittler zu Mordfall Kein Zusammenhang zwischen Peggy und Böhnhardt

Stand: 08.03.2017 11:33 Uhr

Zwischen dem Mord der Schülerin Peggy und dem NSU-Mitglied Böhnhardt gibt es keinen Zusammenhang. Der Fund seiner DNA-Spur beim Leichnam der 2001 verschwundenen Neunjährigen sei eine "Trugspur"gewesen, teilte die Staatsanwaltschaft in Bayreuth mit.

Zwischen dem Mordfall Peggy und dem NSU-Mitglied Uwe Böhnhardt gibt es keinen Zusammenhang. Der Fund einer DNA-Spur Böhnhardts am Fundort des Leichnams des 2001 verschwundenen neunjährigen Mädchens sei eine "Trugspur" durch ein Textilteilchen gewesen, sagte Staatsanwalt Daniel Götz in Bayreuth. Das Textilstück stammt von einem Kopfhörer Böhnhardts.

Weder das Baumwollgewebe noch die DNA hätten angesichts der Witterungsverhältnisse in Qualität und Quantität einen Zeitraum von 15 Jahren überstehen können, sagte Uwe Ebner, der die Sonderkommission Peggy leitet. Der Kopfhörer sei im ausgebrannten Wohnmobil gefunden worden, in dem Böhnhardts Leiche entdeckt worden war.

Das Textilteil sei durch Polizeigerät vom Fundort der Leiche Böhnhardts in Eisenach 2011 im Juli vergangenen Jahres an den Fundort von Peggys Leichnam gebracht worden. Damit bleibt weiter unklar, wer das aus dem oberfränkischen Lichtenberg stammende Mädchen tötete. Götz sagte, die Ermittlungen sollten "intensiv" und "in alle Richtungen" weiter geführt werden.

Verunreinigte Spuren

Der Fall gilt als einer der mysteriösesten Kriminalfälle in Deutschland. Am 7. Mai 2001 war die damals neunjährige Peggy auf dem Heimweg von der Schule verschwunden. Gut 15 Jahre später wurden ihre sterblichen Überreste in einem Waldstück in Thüringen gefunden. Den Fund machte ein Pilzsammler rund 20 Kilometer entfernt von Peggys Heimatort Lichtenberg in Oberfranken. Ein ursprünglich als Peggys Mörder verurteilter geistig behinderter Mann wurde in einem Wiederaufnahmeverfahren rechtskräftig von dem Tatvorwurf freigesprochen.

Die mutmaßliche Rechtsterroristin Beate Zschäpe hatte immer bestritten, etwas über die getötete Peggy gewusst zu haben. Das erklärte ihr Anwalt Hermann Borchert im Namen Zschäpes Anfang Dezember 2016 im Münchner NSU-Prozess. Der Vorsitzende Richter Manfred Götzl hatte die Hauptangeklagte im NSU-Prozess Ende Oktober gefragt, ob sie etwas über Peggy wisse, das sie nicht aus den Medien habe. Zschäpes knappe schriftliche Antwort, die ihr Anwalt verlas, lautete: "Nein".

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