Polizeieinsatz | Bildquelle: dpa

Acht Festnahmen Polizei zerschlägt europaweiten Pädophilenring

Stand: 11.01.2018 17:57 Uhr

Nach mutmaßlichen Vergewaltigungen eines Neunjährigen haben Fahnder acht Tatverdächtige aus mehreren europäischen Ländern festgenommen. Im Zentrum der Ermittlungen stehen die Mutter des Kindes und ihr Lebensgefährte.

Ermittler des Landeskriminalamts und der Generalstaatsanwaltschaft Baden-Württemberg haben einen Pädophilenring zerschlagen. "Es handelt sich in diesem Komplex um den schwerwiegendsten Fall des sexuellen Missbrauchs von Kindern, der vom LKA Baden-Württemberg bislang bearbeitet wurde", teilte die Behörde mit. Acht Tatverdächtige wurden festgenommen, darunter die 47-jährige Mutter eines heute neunjährigen Jungen.

Sie soll ihr Kind gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten sexuell missbraucht haben. Außerdem steht das Paar im Verdacht, den Jungen gegen Geld pädophilen Männern aus dem In- und Ausland überlassen zu haben. Er soll nach Angaben der Ermittler an verschiedenen Tatorten in und um die Stadt Freiburg von mehreren Tätern wiederholt missbraucht und vergewaltigt worden sein. Das Kind wurde nach Angaben der Staatsanwaltschaft Freiburg inzwischen befreit und der Obhut staatlicher Behörden übergeben.

Wie das LKA mitteilte, gibt es weitere Opfer, darunter ein Mädchen, von dessen Missbrauch im Zuge der Ermittlungen Videoaufnahmen sichergestellt worden waren. Der Vater des Mädchens wurde festgenommen, weil er sich am Kind vergangen haben soll.

Netzwerk der Täter reicht offenbar durch ganz Europa

Ein anonymer Hinweis im Herbst 2017 hatte die Ermittler auf die Spur des Pädophilennetzwerks gebracht, wie das Landeskriminalamt Baden-Württemberg mitteilte. Das Netzwerk reicht offenbar durch ganz Europa: Neben der Kindsmutter und ihrem 37-jährigen, wegen pädophiler Straftaten vorbestraften Partner sitzen mehrere Männer als Tatverdächtige in Untersuchungshaft.

Unter ihnen ist ein 49-jähriger deutscher Soldat, der in seiner Kaserne der deutsch-französischen Brigade im Elsass festgenommen worden war. Weitere Verdächtige im Alter zwischen 32 und 43 Jahren stammen aus dem Raum Freiburg, aus Schleswig-Holstein, Spanien und der Schweiz. Einige von ihnen sind den Angaben zufolge einschlägig vorbestraft.

Gegen alle Verdächtigen laufen Ermittlungen wegen des Verdachts auf schweren sexuellen Missbrauch und Vergewaltigung in "einer Vielzahl von Einzelfällen". Mehrere von ihnen sollen den Ermittlern gegenüber bereits Aussagen gemacht haben. Details hierzu nannte die Staatsanwaltschaft nicht.

Über dieses Thema berichtete NDR aktuell am 12. Januar 2018 um 16:00 Uhr.

Darstellung: