Thomas Krüger | Bildquelle: picture alliance / SvenSimon

Ost-West-Konflikt "Kultureller Kolonialismus" in den Eliten

Stand: 01.11.2017 11:44 Uhr

Auch 27 Jahre nach der Wiedervereiningung erleben die Menschen in Ostdeutschland eine ausgeprägte westdeutsche Dominanz. Der Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung, Krüger, kritisiert einen kulturellen Kolonialismus in den Funktionseliten des Ostens.

Der Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung, Thomas Krüger, hat eine Westdominanz in den sogenannten Eliten kritisiert. "Auch wenn es auf den ersten Blick mit Angela Merkel als Kanzlerin und dem ehemaligen Bundespräsidenten Joachim Gauck anders aussieht: In der Fläche wird die Dominanz der Westdeutschen in den Eliten immer noch als kultureller Kolonialismus erlebt", sagte Krüger der Berliner Zeitung.

Dies sei "ein Problem". Denn "der Anteil der Ostdeutschen und ihre Identität werden dabei häufig überlagert", fügte Krüger hinzu. Der ehemalige Bürgerrechtler räumte ein, dass bei Ost- und Westdeutschen "unterschiedliche Erfahrungen und kulturelle Praktiken" aufeinander prallen. Deshalb müsse man viel reden, forderte er.

Thomas Krüger, Bundeszentrale für pol. Bildung, über "Kulturellen Kolonialismus"
tagesschau24 15:00 Uhr , 01.11.2017

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Fachkenntnis und Kontextwissen

Studien zufolge sind Ostdeutsche sowohl in den gesamtdeutschen wie in den ostdeutschen Funktionseliten unterrepräsentiert. So stellen sie etwa in den neuen Ländern nur rund 13 Prozent der Richter. Der Geschäftsführer der Stiftung Frauenkirche in Dresden und langjährige Präsident der sächsischen Landeszentrale für politische Bildung, Frank Richter, sprach sich in der Zeitung für eine "gewisse Quotierung" von Menschen mit ostdeutscher Herkunft aus - etwa im öffentlichen Dienst. Beispiel könne die Frauenquote sein.

Für Eliten sei nicht nur Fachkenntnis, sondern auch Kontextwissen über die jeweilige Region wichtig. "Das kann im Osten nur von Ostdeutschen geliefert werden."

Thierse fordert faire Chancen

Der ehemalige Bundestagspräsident Wolfgang Thierse sagte der Zeitung, bei gleicher Qualifikation sollte darauf geachtet werden, dass Ostdeutsche eine faire Chance erhielten. Zugleich setzt der SPD-Politiker "weiter darauf, dass vor allem in den großen ostdeutschen Städten langsam eine neue Mischung entsteht, sodass die Frage, woher einer kommt, an Bedeutung verliert".

Auch der Theologe Richard Schröder betonte: "Man kann Qualifikation nicht durch Herkunft ersetzen." Zudem gebe es praktische Hindernisse: "Wer ist jemand, der in Ostdeutschland geboren wurde und in Westdeutschland studiert hat?" Zudem entstünden bei der Debatte um die mangelnde Präsenz von Ostdeutschen "falsche Bilder". Es werde suggeriert, "Ost- und Westdeutsche seien verschiedene Ethnien".

Bundeskanzlerin Merkel und Bundespräsident Gauck | Bildquelle: AP
galerie

Bundeskanzlerin Angela Merkel und der ehemalige Bundespräsident Joachim Gauck dienen laut Krüger nicht als Beispiel für eine Gleichbehandlung der Ostdeutschen in den Funktionseliten.

Tillich lenkt Blick auf ostdeutsche Interessen

Zusätzlich verstärkt die Strukturschwäche in Ostdeutschland die erlebte Westdominanz. Zuletzt hatte Sachsens scheidender Ministerpräsident Stanislaw Tillich Bundeskanzlerin Merkel aufgefordert, bei der Regierungsbildung ostdeutsche Interessen in den Fokus zu nehmen. Dazu schickte Tillich auch im Namen seiner ostdeutschen Amtskollegen einen Brief an die Kanzlerin.

Die ostdeutschen Länder wiesen eine "nahezu flächendeckende Strukturschwäche" auf, schrieb Tillich, der derzeit den Vorsitz der Ministerpräsidentenkonferenz Ost innehat. Diese Schwäche müsse überwunden werden. Dafür sei Ostdeutschland weiter auf finanzielle Förderung angewiesen - sowohl aus deutschen Töpfen als auch im Rahmen der EU-Kohäsionspolitik.

Bundeszentrale für politische Bildung beklagt Dominanz westdeutscher Eliten
tagesschau 20:00 Uhr, 01.11.2017, Viktoria Kleber, ARD Berlin

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 01. November 2017 um 12:00 Uhr.

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