Störung einer AfD-Demo mit "Ode an die Freude" "Sehen Strafanzeige gelassen entgegen"

Stand: 24.11.2015 17:01 Uhr

Der Intendant des Mainzer Staatstheaters, Müller, sieht einer Strafanzeige gelassen entgegen, wie er im Interview mit tagesschau24 sagte. Ensemblemitglieder hatten aus Protest während einer AfD-Kundgebung Beethovens "Ode an die Freude" angestimmt - eine "grobe Störung" aus Sicht der Polizei.

"Alle Menschen werden Brüder": Mit diesem Textausschnitt von Beethovens "Ode an die Freude" wollten etwa 120 Mitglieder des Mainzer Staatstheaters einer AfD-Demonstration ihre eigene Botschaft entgegensetzen - "eine Botschaft der Vielfalt und der Offenheit", wie Intendant Markus Müller im Interview mit tageschau24 sagte.

Doch dafür sehen sie sich jetzt mit einer Strafanzeige des Polizeipräsidiums Mainz konfrontiert. "Wer eine genehmigte Versammlung grob stört, macht sich strafbar", sagte eine Polizeisprecherin. Diesem Schritt sehe das Theater aber "absolut gelassen" entgegen, so Müller.

Anzeige der Polizei gegen das Mainzer Staatstheater
nachtmagazin 00:00 Uhr, 25.11.2015, Nele Pasch, SWR

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Auf dem Vorplatz des Theaters hatten sich am Samstag etwa 300 AfD-Anhänger zu einer Kundgebung unter dem Motto "Gegen das Asylchaos" versammelt.

Intendant Müller betonte, ein Theater sei ein Ort der Aufklärung. Die Demonstranten habe man mit der Aktion zum Nachdenken bringen wollen. Nach einer Aufforderung der Polizei habe man zudem im Theater die Fenster geschlossen.

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