Beate Zschäpe | Bildquelle: AP

NSU-Prozess Neue Indizien gegen Zschäpe

Stand: 10.03.2016 12:37 Uhr

Beate Zschäpe, die Hauptangeklagte im Münchner NSU-Prozess, soll zumindest indirekt an der Produktion eines Bekennervideos beteiligt gewesen sein. Neue Indizien erhärten den Verdacht, dass sie mehr von den Morden und Anschlägen des NSU wusste, als sie bisher zugab.

Von Tim Aßmann, BR

In den Ermittlungen gegen die Terrorzelle NSU ist die Rekonstruktion eines wichtigen Beweismittels gelungen. Wie Mitschnitte auf einer DVD belegen, wurden nur wenige Stunden nach dem Nagelbombenanschlag in Köln gezielt Berichte über die Tat aufgezeichnet. Die DVD wurde im Brandschutt der letzten Wohnung der Terrorzelle in Zwickau gefunden.

Nach Erkenntnissen des Bundeskriminalamts wurde die Aufnahmen mit einem Videorekorder gemacht und dieser wurde manuell bedient. Da die mutmaßlichen Bombenleger von Köln, Mundlos und Böhnhardt, zum Zeitpunkt der Aufzeichnungen noch nicht wieder in Zwickau gewesen sein können, scheint es wahrscheinlich, dass Zschäpe den Rekorder bediente.

Zweifel bleiben auch jetzt

Zweifelsfrei belegen lässt sich das aber auch mit den jüngsten Erkenntnissen des BKA nicht. Nach BR-Informationen wissen die Ermittler nicht, mit welchem Videorekorder die Aufnahmen gemacht wurden. Sie können daher auch nicht sagen, wo das Gerät stand und das definitiv Zschäpe auf den Aufnahmeknopf drückte.

Die Hauptangeklagte hatte im NSU-Prozess bestritten, von den Morden und Bombenanschlägen der Terrorzelle im Vorfeld gewusst zu haben. Der Prozess wird in der kommenden Woche fortgesetzt. Dann wird auch der BKA-Bericht zu den Videoaufzeichnungen Thema sein.

NSU: BKA Ergebnisse zu Keupstraße
T. Aßmann, BR
10.03.2016 12:13 Uhr

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