Die Angeklagte Beate Zschäpe sitzt am 25.07.2017 im Gerichtssaal in München (Bayern) neben ihrem Anwalt Mathias Grasel. | Bildquelle: dpa

NSU-Plädoyers verzögern sich weiter Gericht lehnt Aufzeichnungen erneut ab

Stand: 25.07.2017 10:42 Uhr

Die mit Spannung erwarteten Plädoyers im NSU-Prozess verzögern sich weiter. Das Münchner Oberlandesgericht hat erneut den Wunsch einer Reihe von Verteidigern abgelehnt, den Schlussvortrag der Bundesanwaltschaft auf Tonband aufzuzeichnen.

Die Plädoyers im NSU-Prozess verzögern sich weiter. Das Münchner Oberlandesgericht lehnte erneut den Wunsch einer Reihe von Verteidigern ab, den Schlussvortrag der Bundesanwaltschaft auf Tonband aufzuzeichnen. Zudem wies das Gericht die Forderung zurück, das Plädoyer alternativ mitzustenografieren oder das Redemanuskript der Ankläger an die Verfahrensbeteiligten aushändigen zu lassen.

Damit ließ das Gericht die Begründung der Verteidiger nicht gelten, die Angeklagten seien nicht fähig, dem angekündigten 22-stündigen Plädoyer im erforderlichen Maße geistig zu folgen.

Keiner der Angeklagten "zu einfach strukturiert"

Es bestehe kein Zweifel, dass die Angeklagten ihre Verfahrensrechte sachgerecht ausüben könnten, sagte der Vorsitzende Richter Manfred Götzl. Zudem gebe es keine Anhaltspunkte dafür, dass auch nur einer "zu einfach strukturiert" wäre, um einem längeren Vortrag in deutscher Sprache zu folgen. Alle hätten Verteidiger, die ihnen zur Seite stünden, zudem würden Pausen eingelegt, um die Konzentrationsfähigkeit aufrechtzuerhalten.

Die Verteidiger Zschäpes und des mutmaßlichen NSU-Helfers Ralf Wohlleben beantragten anschließend eine Unterbrechung bis 11.30 Uhr. In dieser Zeit wollen sie prüfen, ob ein Ablehnungsantrag gegen das Gericht gestellt werden soll.

Ursprünglich hätten die Plädoyers nach dem Willen des Gerichts schon am vergangenen Mittwoch beginnen sollen - nach mehr als vier Jahren Prozessdauer. Das juristische Hickhack über eine mögliche Tonbandaufnahme verhinderte dies aber.

Gründliches Überprüfen des Verbrechens vor Beginn der Plädoyers
Morgenmagazin, 25.07.2017, Mira Barthelmann, BR

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Zschäpe droht lebenslange Haft

Der Hauptangeklagten Zschäpe droht lebenslange Haft. Der 42-Jährigen wird Mittäterschaft an sämtlichen Verbrechen der rechtsextremistischen Terrorzelle "Nationalsozialistischer Untergrund" vorgeworfen. Zschäpe lebte fast 14 Jahre mit ihren Freunden Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt im Untergrund. Die beiden Männer sollen während dieser Zeit zehn Menschen ermordet haben, neun von ihnen aus rassistischen Motiven. Zschäpe soll von allen Morden gewusst und diese unterstützt haben; sie selbst bestreitet das.

Neben Zschäpe und Wohlleben sitzen noch drei weitere mutmaßliche Terrorhelfer und -unterstützer auf der Anklagebank. Das Mammutverfahren hatte am 6. Mai 2013 begonnen.

Über dieses Thema berichtete das Morgenmagazin von ARD am 25. Juli 2017 um 05:38 Uhr.

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