Hermann Borchert, Beate Zschäpe und Mathias Grasel  | Bildquelle: dpa

NSU-Prozess Schlussplädoyers auf Dienstag verschoben

Stand: 19.07.2017 16:08 Uhr

Die Plädoyers im NSU-Prozess werden frühestens am kommenden Dienstag beginnen. Wegen heftiger Auseinandersetzungen über mögliche Tonaufnahmen des Schlussvortrags der Bundesanwaltschaft beendete der Vorsitzende Richter Götzl den heutigen Prozesstag.

Das Plädoyer der Bundesanwaltschaft im NSU-Prozess soll frühestens in der kommenden Woche beginnen. Nach einem stundenlangen Streit um einen von der Verteidigung der Angeklagten geforderten Tonbandmitschnitt des Plädoyers beendete der Vorsitzende Richter Manfred Götzl den heutigen Verhandlungstag vorzeitig. Erst am kommenden Dienstag soll der Prozess fortgesetzt werden. Dann soll zunächst eine Entscheidung über die gewünschten Tonbandmitschnitte getroffen werden.

Plädoyer der Bundesanwaltschaft vertagt
tagesschau 17:00 Uhr, 19.07.2017, Martin Voglmaier, BR

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Streit um Tonaufnahmen

Das Oberlandesgericht hatte am Vormittag die Anträge sämtlicher Verteidiger abgelehnt, das Plädoyer der Ankläger aufzuzeichnen. Eine Tonaufnahme sei für eine sachgerechte Verteidigung nicht erforderlich, erklärte Götzl. Dagegen intervenierte zunächst der Anwalt des Mitangeklagten Ralf Wohlleben, Olaf Klemke. Er beantragte unter anderem, notfalls einen Stenotypisten mit der Mitschrift des Plädoyers zu beauftragen. Dem schlossen sich fast alle Verteidiger der fünf Angeklagten an. Sie argumentierten unter anderem, es sei für ihre Mandanten unmöglich, dem langen Schlussvortrag mit der nötigen Konzentration zu folgen. Darüber muss das Gericht nun beraten und entscheiden.

Bundesanwalt Herbert Diemer wies die Forderungen der Verteidiger teils harsch zurück. "Das ist hier kein Stuhlkreis", sagte er. Dem Ganzen liege die Strafprozessordnung zugrunde, und dort seien Tonaufnahmen einfach nicht vorgesehen. Es sei auch nicht Aufgabe der Ankläger, "ihr Plädoyer an jeglichen Verständnishorizont anzupassen". Dazu gebe es Pflichtverteidiger.

Sehr langes Plädoyer

Das Plädoyer der Anklage soll etwa 22 Stunden dauern. Da es sich um einen reinen Indizienprozess handelt, und weil es keinen einzigen Tatzeugen gebe, "müssen eben die ganzen Indizien, die einzelnen Beweise gewürdigt und miteinander in Beziehung gesetzt werden", hatte Diemer vor dem heutigen Prozesstag erklärt.

Nun gibt es vor einer vierwöchigen Sommerpause nur noch vier Prozesstage: von Dienstag bis Donnerstag kommender Woche und am darauffolgenden Dienstag (1. August). Dann geht es erst Ende August weiter.

Frank Bräutigam, SWR, zur Vertagung des Plädoyers
tagesschau 17:00 Uhr, 19.07.2017

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Zschäpe ist Hauptangeklagte

In dem Prozess geht es um die Mordserie des "Nationalsozialistischen Untergrunds", der zehn Menschen, die meisten von ihnen Migranten, zum Opfer fielen. Beate Zschäpe ist als einzig überlebendes Mitglied des NSU wegen Mittäterschaft angeklagt. Sie lebte fast 14 Jahre mit ihren Freunden Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt im Untergrund. Die beiden Männer sollen während dieser Zeit die Menschen aus rassistischen Motiven ermordet haben. Es sind aber auch vier weitere Männer als Unterstützer angeklagt.

Der Prozess läuft seit vier Jahren. Während der bisherigen 373 Verhandlungstage waren insgesamt 815 Zeugen angehört und 42 Sachverständige befragt worden.

Plädoyers verschoben
S. Hesse, ARD Berlin, zzt. München
19.07.2017 17:59 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 19. Juli 2017 um 16:00 Uhr.

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