Armin Laschet CDU | Bildquelle: REUTERS

Wahl in NRW CDU klar vor Krafts SPD

Stand: 14.05.2017 18:00 Uhr

Dritte Wahl, dritte Niederlage für die SPD - und diesmal tut es besonders weh: Die CDU in NRW hat die SPD von Regierungschefin Kraft laut Prognose als stärkste Partei abgelöst. Stark schneidet die FDP ab. Verlierer sind neben der SPD auch die Grünen. Rot-Grün in NRW ist am Ende.

Der selbst ausgerufene "Testlauf für die Bundestagswahl" ist für die SPD gründlich schiefgegangen. Die CDU von Landes- und Fraktionschef Armin Laschet liegt laut Prognose von Infratest dimap klar vor der SPD von Ministerpräsidentin Hannelore Kraft. Demnach kommt die CDU auf 34,5 Prozent und kann damit ihr historisch schlechtes Ergebnis von gut 26 Prozent wieder vergessen machen.

Bittere Niederlage für SPD

Für die SPD wird es dagegen ein bitterer Abend - der dritte in diesem Wahljahr. Die Partei von Amtsinhaberin Kraft erreicht laut Prognose nur noch 30,5 Prozent (zum Vergleich: 2012 holte sie 39,1 Prozent). Nach den Niederlagen im politisch eher unbedeutenden Saarland und in Schleswig-Holstein dürfte der Verlust der Spitzenposition im bevölkerungsreichsten Bundesland den Sozialdemokraten im Bundestagswahljahr besonders weh tun.

Grüne schwach, FDP stark

Ganz schwach schneiden auch die Grünen in NRW ab. Der Noch-Koalitionspartner der SPD landet bei 6,0 Prozent, 2012 war die Partei von Vize-Regierungschefin und Bildungsministerin Sylvia Löhrmann noch zweistellig gewesen.

Zweistellig ist nun die FDP - und damit drittstärkste Kraft in NRW. Die Partei von Parteichef Christian Lindner katapultiert sich auf 12,0 Prozent und kann damit ihr Ergebnis von 2012 deutlich verbessern. Es läuft also für Lindner, der die NRW-Wahl als Sprungbrett für den Bundestag nimmt.

Die AfD schafft auf Anhieb den Sprung in den Düsseldorfer Landtag - damit ist die Partei nun in 13 Parlamenten vertreten. In NRW erreicht sie 7,5 Prozent. Dagegen muss die Linkspartei noch zittern. Derzeit liegt sie bei 5,0 Prozent. Die Piraten haben ihr fünfjähriges Gastspiel im Parlament beendet.

Aus für Rot-Grün

Die rot-grüne Koalition, die sieben Jahre in NRW regiert hatte, ist damit klar abgewählt. Von einem Amtsbonus konnte sich Kraft, die sich stets als "Landesmutter mit Kümmerer-Image" verstand, am Ende nicht mehr profitieren - die Unzufriedenheit mit der 55-Jährigen und ihrer rot-grünen Regierung war zuletzt spürbar gewachsen. Von einem Schulz-Hoch konnte die NRW-SPD nur wenige Wochen zehren.

Hannelore Kraft | Bildquelle: REUTERS
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Abgewählt: Hannelore Kraft

CDU-Mann Laschet hingegen konnte aufholen und seine Partei aus den Trümmern herausholen, die Norbert Röttgen 2012 hinterlassen hatte - und schließlich zur SPD aufschließen. Ein großer Erfolg für den oft als zu blass kritisierten Merkel-Vertrauten.

Regierungschef Laschet?

Sogar ein Ministerpräsident Laschet erscheint in NRW nun gut möglich - davon haben sie selbst bei der CDU nie zu träumen gewagt. Sollte die Linkspartei nicht den Sprung in den Landtag schaffen, könnte es in NRW durchaus für Schwarz-Gelb reichen. Ganz schmerzhaft für die Sozialdemokraten, die NRW als ihr Herzland beanspruchen, wo sie seit 1966 fast ununterbrochen regierten, wo Johannes Rau einst absolute Mehrheiten holte.

Neben Schwarz-Gelb ist nur noch eine Große Koalition in NRW möglich, zumindest wenn man Grüne und FDP beim Wort nimmt. Ampel- und Jamaika-Bündnisse hatten sie jeweils ausgeschlossen.

Insgesamt waren rund 13 Millionen Bürger des Landes zur Wahl aufgerufen. Die Abstimmung in NRW ist der letzte politische Stimmungstest vor der Bundestagswahl im Herbst. Schon deshalb blicken Merkel, Schulz und Co. gebannt auf Düsseldorf. Schulz ist auch persönlich betroffen: Der SPD-Kanzlerkandidat kommt aus NRW, er wählte in seiner Heimatstadt Würselen.

Über dieses Thema berichtete die Wahlsendung im Ersten am 14. Mai 2017 um 17:45 Uhr.

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