Wolfgang Niersbach bei einer Erklärung zu seinem Rücktritt | Bildquelle: AFP

Konsequenz aus WM-Affäre DFB-Präsident Niersbach tritt zurück

Stand: 09.11.2015 21:26 Uhr

Nur gut ein Jahr nach dem Titel-Triumph der deutschen Nationalelf folgt die größte persönliche Niederlage für den DFB-Präsidenten: Wolfgang Niersbach ist zurückgetreten. Er zog damit die Konsequenz aus der Affäre um die WM 2006.

Wolfgang Niersbach ist nicht mehr DFB-Präsident. Nach einer Sitzung des Verbands-Präsidiums erklärte der 64-Jährige seinen Rücktritt. Es zog damit die Konsequenz aus einer dubiosen Millionenzahlung im Zusammenhang mit der WM 2006. In einer Erklärung wies Niersbach, der damals DFB-Generalsekretär und Mitglied des WM-Organisationskomitees war, ein Fehlverhalten seinerseits zurück.

"Ich habe mir persönlich nichts vorzuwerfen"

"In den mir zugeteilten Bereichen Marketing, Medien, Akkreditierungen und Veranstaltungsorganisation kann ich mit gutem Gewissen sagen, dass ich mir persönlich absolut nichts vorzuwerfen habe." Er übernehme allerdings die "politische Verantwortung", so der 64-Jährige.

Satzungsgemäß übernehmen zunächst die Vizepräsidenten Rainer Koch und Reinhard Rauball, der auch Chef der Deutschen Fußball-Liga (DFL) ist, das Amt des DFB-Präsidenten. Niersbach wird seine Posten in den Exekutivkomitees der Europäischen Fußball-Union (UEFA) und beim Weltverband FIFA aber behalten. Darum habe ihn das DFB-Präsidium gebeten, sagte Rauball.

DFB-Vizepräsident Reinhard Rauball | Bildquelle: AFP
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DFB-Vizepräsident Reinhard Rauball

DFB-Vizepräsident Rainer Koch | Bildquelle: REUTERS
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DFB-Vizepräsident Rainer Koch

Der frühere DFB-Präsident Theo Zwanziger wollte den Rücktritt seines Nachfolgers Niersbach nicht bewerten. Dies sei eine Sache, die den DFB und Niersbach selbst beträfen. Zwanziger und Niersbach gelten als völlig zerstritten. Zwanziger hatte die Arbeit des DFB in den vergangenen Jahren immer wieder kritisiert.

Bundestrainer Löw "sehr traurig"

Bundestrainer Joachim Löw sagte, er sei "überrascht und sehr traurig" vom Rücktritt des DFB-Chefs. Unabhängig von allen juristischen Fakten halte er Niersbach für einen "fantastischen Menschen und Präsidenten."

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Reaktionen auf den Rücktritt von DFB-Präsident Niersbach

Der ehemalige DFB-Präsident Theo Zwanziger

Ex-DFB-Präsident Theo Zwanziger: "Das ist eine Sache, die den DFB und Wolfgang Niersbach betreffen, das habe ich nicht zu bewerten." | Bildquelle: AP

Niersbach stand wegen dubioser Geldflüsse im Zusammenhang mit der WM 2006 unter Druck. Dabei geht es um 6,7 Milionen Euro, die das deutsche WM-Organisationskomitee 2005 über den Umweg des Fußball-Weltverbands (FIFA) an den früheren Adidas-Chef Robert Louis-Dreyfus überwiesen, aber bewusst falsch deklariert hatte.

Verwendung des Millionentransfers noch unklar

Es handelte sich um eine Rückzahlung an Louis-Dreyfus - wofür die von ihm offenbar geliehenen Millionen verwendet wurden, ist noch unklar. Niersbach hatte erklärt, er habe erst in diesem Sommer von den Millionentransfers erfahren. Wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung ermittelt inzwischen die Frankfurter Staatsanwaltschaft. Sie hatte in der vergangenen Woche die Geschäftsräume des DFB und unter anderem auch Niersbachs Privatwohnsitz durchsuchen lassen.

Weitere Untersuchungen zur Vergabe der WM 2006

Der neue Co-Interimspräsident Koch machte nach der DFB-Präsidiumssitzung klar, dass es weiteren Klärungsbedarf gebe. Die vom Verband beauftragte Anwaltskanzlei habe eine Reihe von Punkten zutage gefördert, die weiterer Untersuchung bedürften. "Wir müssen uns mit der Frage näher befassen, unter welchen Umständen die WM 2006 vergeben worden ist." Den Verdacht, es habe damals einen Stimmenkauf gegeben, hatte unter anderem Zwanziger geäußert.

DFB-Präsident Niersbach erklärt Rücktritt
nachtmagazin 00:28 Uhr, 10.11.2015, Jan-Peter Bartels, HR

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