Unterricht für Zuwanderer und Flüchtlinge

Migrationsbericht 2015 Rekord von zwei Millionen Zuwanderern

Stand: 14.12.2016 17:37 Uhr

Zwei Millionen Zuwanderer sind 2015 nach Deutschland gekommen - ein Rekord laut Migrationsbericht. 45 Prozent der Zuwanderer stammen aus einem EU-Mitgliedstaat. Laut einer Studie überschätzen Deutsche die Zahl der Muslime massiv.

Deutschland hat im vergangenen Jahr die höchste Zahl an Zuwanderern seit Beginn der Aufzeichnung der Daten 1952 verzeichnet. Wie aus dem vom Bundeskabinett verabschiedeten Migrationsbericht hervorgeht, wurden 2015 insgesamt 2,14 Millionen Zuzüge registriert - ein Anstieg um 46 Prozent gegenüber 2014.

Gleichzeitig zogen 2015 knapp eine Million Menschen aus Deutschland weg, womit ein Zuwanderungsgewinn von rund 1,14 Millionen Menschen bleibt. 2015 lag er bei 550.000 Menschen. Der Migrationsbericht gibt jährlich detailliert Auskunft über die Wanderungen von und nach Deutschland.

890.000 Flüchtlinge kamen nach Deutschland

Der starke Anstieg im vergangenen Jahr ist vor allem auf die hohe Zahl Asylsuchender zurückzuführen. Rund 890.000 Flüchtlinge kamen 2015 in die Bundesrepublik. Bundesinnenminister Thomas de Maizière würdigte die Anstrengungen von Ländern, Kommunen, Kirchen, Wohlfahrtsverbänden und den vielen Helfern bei der Bewältigung der Aufnahme Schutzsuchenender. Jetzt werde daran gearbeitet, "dass sich eine Situation wie im letzten Jahr nicht wiederholt", sagte er.

Knapp die Hälfte der Zuwanderer stammt aus anderem EU-Staat

Deutschland war 2015 aber erneut auch bei anderen Europäern beliebtes Zielland. 45 Prozent der Zuwanderer kamen 2015 aus einem EU-Mitgliedstaat. Das macht sich im Detail mit Blick auf die Herkunftsländer bemerkbar. Erstmals war das Bürgerkriegsland Syrien Hauptherkunftsland. Gezählt wurden rund 327.000 Zuzüge. Auf dem zweiten Platz folgte Rumänien, auf dem dritten Polen. Dem Migrationsbericht zufolge wurden 2015 knapp 39.000 Aufenthaltstitel zum Zweck der Erwerbstätigkeit erteilt. Das entspricht einem Anstieg von rund vier Prozent.

Studie: Deutsche überschätzen Anteil der Muslime

Mit dem Migrationsbericht veröffentlichte das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge auch eine neue Schätzung zur Zahl der Muslime in Deutschland. Die Behörde geht davon aus, dass zwischen 4,4 und 4,7 Millionen Muslime in Deutschland leben. Der Anteil der Muslime in Deutschland an der Gesamtbevölkerung ist damit laut der neuen Schätzung auf 5,4 bis 5,7 Prozent gestiegen.

Laut einer Studie des Meinungsforschungsinstituts Ipsos denken Deutsche, dass hierzulande vier Mal mehr Muslime leben als aktuelle Daten belegen. Die Befragten schätzten den prozentualen Anteil von Muslimen an der Gesamtbevölkerung im Durchschnitt auf 21 Prozent. Tatsächlich liegt er aber nur etwas über fünf Prozent.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 14. Dezember 2016 um 14:00 und 15:00 Uhr in den Nachrichten.

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