Bundeskanzlerin Angela Merkel und der Altenpfleger Ferdi Cebi | Bildquelle: FRIEDEMANN VOGEL/EPA-EFE/REX/Shu

Besuch im Altenheim Merkel will Pflegeberufe aufwerten

Stand: 16.07.2018 18:36 Uhr

Bessere Arbeitsbedingungen, bessere Bezahlung, bessere Ausbildungsbedingungen - Kanzlerin Merkel zeigte beim Besuch eines Altenheims in Paderborn viel Verständnis. Pflege sei Aufgabe der gesamten Regierung.

Mit einer flächendeckend guten Bezahlung will Bundeskanzlerin Angela Merkel den Pflegeberuf attraktiver machen. "Es gibt ganz unterschiedlich getragene Einrichtungen und für alle gilt: Die Menschen, die dort arbeiten, müssen gut bezahlt werden, damit die Menschen, die dort leben, auch gute Pflege bekommen", sagte Merkel nach dem Besuch einer Altenpflegeeinrichtung in Paderborn. Pflegekräfte dürften nicht überfordert werden. Verbesserungen bei der Ausbildung und Bezahlung seien auch Ziel der "Konzertierten Aktion Pflege" von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, Arbeitsminister Hubertus Heil und Bundesfamilienministerin Franziska Giffey.

Merkel: Nicht nur Fachministerien verantwortlich

Bundesweit solle ein vergleichbares Niveau von Ausbildung und Bezahlung erreicht werden, sagte die Kanzlerin. Für die Pflege sei nicht nur der Fachminister verantwortlich, sie sei Aufgabe der gesamten Regierung.

Um den Fachkräftemangel in der Pflege zu bekämpfen, müsse der Beruf attraktiver gemacht werden - durch vernünftige Arbeitszeiten und eine angemessene Bezahlung. Das müsse unabhängig davon geschehen, in welcher Trägerschaft sich das Heim befinde, unterstrich die CDU-Chefin beim Kaffeetrinken mit Pflegebedürftigen und Pflegekräften.

Ob in der Pflege Tariflöhne gezahlt werden oder nicht, hängt oft davon ab, wer die Einrichtung betreibt. "Wenn jemand jeden Tag mit Menschen arbeitet, warum sollte derjenige oder diejenige dann nicht genauso gut verdienen oder etwas mehr wie jemand, der in einer Bank oder an einer Maschine arbeitet", sagte Merkel.

25.000 Fachkräfte fehlen bundesweit

Schon jetzt sind in der Alten- und Krankenpflege deutschlandweit mehr als 25.000 Fachkraftstellen nicht besetzt. Zudem fehlen rund 10.000 Hilfskräfte.

Der Pfleger Ferdi Cebi, der die Kanzlerin eingeladen hatte, mahnte, dass der Pflegeberuf für junge Menschen attraktiver gemacht werden müsse. Mit dem Besuch im evangelischen Altenheim St. Johannisstift löste die CDU-Vorsitzende eine Wahlkampfzusage ein. In der ZDF-Wahlsendung "Klartext, Frau Merkel" hatte Cebi die Arbeitsbedingungen in der Pflege kritisiert und vorgeschlagen, dass Merkel sich persönlich ein Bild machen könne.

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 16. Juli 2018 um 22:15 Uhr.

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