Angela Merkel | Bildquelle: AFP

Kanzlerin macht weiter Angela Merkel - die Unentbehrliche

Stand: 20.11.2016 13:44 Uhr

Lange wurde spekuliert, nun steht es fest: Merkel wird die Union als Kanzlerkandidatin in den anstehenden Bundestagswahlkampf führen und will CDU-Chefin bleiben. Sie weiß, dass es keine ernsthafte Alternative gibt. Außerdem gilt sie inzwischen als "Verteidigerin der freien Welt".

Von Axel Finkenwirth, ARD-Hauptstadtstudio

Angela Merkel macht weiter. Was lange vermutet wurde, hat die Kanzlerin nun selbst erklärt. Lange hatte sie sich Zeit gelassen, den "gegebenen Zeitpunkt" für die Bekanntgabe ihrer Kandidatur zu setzen. Nun, gut zwei Wochen vor dem Bundesparteitag der CDU, musste sie langsam preisgeben, ob sie wieder als Parteivorsitzende antritt - und damit auch als Kanzlerkandidatin. Denn diese beiden Funktionen gehören für Merkel untrennbar zusammen.

Die Klausurtagung des CDU-Bundesvorstands zur inhaltlichen Vorbereitung des Parteitags war der natürliche Zeitpunkt, auch klarzustellen, dass sie die Verantwortung für die Inhalte der Leitanträge übernimmt.

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Vom "Mädchen" zur mächtigsten Frau der Welt: Die Karriere der Angela Merkel

Merkel, de Maiziere, Genscher

Angela Merkel mit Lothar de Maizière (Mitte), Ministerpräsident und Außenminister der letzten DDR-Regierung, und dem Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher (rechts) im August 1990. Merkel, die 1989 dem Demokratischen Aufbruch beitrat, war stellvertretende Sprecherin der Regierung de Maizière.

In der politischen Kommunikation ist Timing alles. Zwar hat Merkel vor genau einer Woche eine kapitale Niederlage bei der Suche nach einem Nachfolger für das Amt des Bundespräsidenten einstecken müssen: Wieder konnte die CDU-Vorsitzende keinen eigenen Kandidaten durchsetzen. Aber dieses Debakel wurde quasi über Nacht durch den Besuch des amerikanischen Präsidenten überdeckt. Spätestens als Barack Obama in der gemeinsamen Pressekonferenz eine Wahlempfehlung aussprach und erklärte, dass er sie wählen würde, würde er in Deutschland leben, war die Innenpolitik vergessen.

Unverrückbare Säule der westlichen Welt

Zum Abschied Obamas versammelte Merkel alle bedeutenden europäischen Staats- und Regierungschefs um sich. Nicht nach London, nicht nach Paris, nicht nach Rom sind sie gereist - sondern nach Berlin. Dass Obama gerade Berlin als letzte Station seiner Abschiedstour wählte, hat einen Grund: Der scheidende US-Präsident sieht in der deutschen Bundeskanzlerin eine unverrückbare Säule der westlichen Welt, die die Stabilität in Europa erhalten kann.  "Ich hätte mir keine standfestere Partnerin auf der Weltbühne vorstellen können", so Obama.

Mit Blick auf das Wahlergebnis in den USA geht Obama davon aus, dass die internationale Bedeutung Deutschlands weiter zunehmen wird. Erst kürzlich hatte auch die "New York Times" Merkel zur letzten Verteidigerin der freien Welt auserkoren. Daran dachte wohl auch Obama, als er mahnte, Demokratie sei keine Selbstverständlichkeit.

Ganz sicher hat auch Obama Merkel dazu ermutigt, weiter zu machen. Die öffentlichen Wertschätzungen haben ihr sicher geschmeichelt, aber auf ihre Entscheidung hatte das keinen Einfluss. Das wäre zu kurz gedacht und würde nicht Merkels Charakter entsprechen. Solange sie der Meinung ist, Deutschland und Europa zu Erfolgen verhelfen zu können und solange sie gesund ist, wird sie weiter machen. 

Angela Merkel, die Unentbehrliche
Bericht aus Berlin, 20.11.2016, Axel Finkenwirth, ARD Berlin

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"Sie ist der Fels in der Brandung"

Die Brexit-Entscheidung in Großbritannien und die Wahl Trumps könnten eher Gründe gewesen sein, noch einmal anzutreten. Nach dem Motto: Ich kann doch jetzt nicht gehen. Passend dazu wird Merkel auf dem Parteitag einen Leitantrag mit dem Titel "Orientierung in schwierigen Zeiten" einbringen. "Sie ist praktisch der Fels in der Brandung in stürmischer See", sagte CDU-Vize Thomas Strobl.

Merkel macht also weiter. Sie weiß, dass es derzeit keine Alternative zu ihr gibt. Sie, die im Zuge der Griechenlandrettung das Wort "alternativlos" 2010 zum Unwort des Jahres befördert hat. Unentbehrlich scheint sie geworden zu sein, um den Zusammenhalt Europas zu gewährleisten.

Eine Pressekonferenz von Kanzlerin Merkel können Sie heute Abend ab voraussichtlich 19.00 Uhr bei uns im Livestream verfolgen. Die Kanzlerin ist zudem für ein 20-minütiges Gespräch bei "Anne Will" - um 21:45 Uhr im Ersten.

Über dieses Thema berichtete der Bericht aus Berlin am 20. November 2016 um 18:30 Uhr.

Korrespondent

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