US-Präsident Trump und seine Ehefrau Melania winken beim Ausstieg aus der Air Force One. | Bildquelle: AFP

G20 in Hamburg Schwierige Gespräche mit Trump und Erdogan

Stand: 06.07.2017 17:38 Uhr

Offiziell startet der G20-Gipfel erst morgen - doch bereits heute könnte sich abzeichnen, wie viel Konfliktpotenzial er in sich trägt. US-Präsident Trump gilt als schwieriger Kandidat, ebenso wie der türkische Präsident Erdogan. Mit beiden will sich Kanzlerin Merkel noch am Abend beraten.

Ein kurzes Winken, ein Händeschütteln mit Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz - es war eine Ankunft im Eiltempo, die US-Präsident Donald Trump und seine Ehefrau Melania am Flughafen der Hansestadt absolvierten. Trump landete am Vortag des G20-Gipfels um kurz vor 16 Uhr mit der US-Präsidentenmaschine "Air Force One" in Hamburg. Scholz geleitete sie zu einem bereitstehenden Hubschrauber der US-Armee, der das Ehepaar weiter zum Gästehaus des Senats transportierte. Der US-Präsident war aus Warschau gekommen.

Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz empfängt den US-Präsident Donald Trump. | Bildquelle: dpa
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Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz empfängt den US-Präsident Donald Trump.

Bereits am Abend kommt der US-Präsident mit Kanzlerin Angela Merkel in Hamburg zu einem längeren Gespräch zusammen. Dabei will Merkel unter anderem ausloten, welche Formulierungen die USA in der G20-Gipfelerklärung mittragen würden. Besonders strittig sind die Bereiche Handel, Klima und Migration. Merkel und Trump hatten sich zuletzt im Mai beim G7-Gipfel im italienischen Taormina getroffen. Auch dort waren diese Punkte strittig. Trotz der Differenzen vor allem in Bezug auf die Klimapolitik formulierten die G7-Staaten zwar eine gemeinsame Abschlusserklärung, die USA vertraten darin jedoch eine von den anderen Staaten abweichende Meinung.

Ankunft der Staats- und Regierungschefs in Hamburg
tagesschau 20:00 Uhr, 06.07.2017, Tina Hassel, ARD Berlin

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Differenzen sollen ins Abschlusskommuniqué

Der Rückzug der USA vom Pariser Klimaabkommen war ein weiterer Schritt im Abdriften der US-amerikanischen Klimapolitik. Nun wollen die anderen G20-Staaten auf dem Gipfel in Hamburg ein Signal für die "schnelle Umsetzung" der "unumkehrbaren" Vereinbarung in dem Pariser Abkommen geben, heißt es in einem Entwurf für ein Abschlusskommuniqué.

Die Differenzen mit Trump sollen in dem Abschlusskommuniqué festgehalten werden, was ein ungewöhnlicher Schritt wäre. In dem Entwurf heißt es ferner, dass die anderen G20-Staaten die Abkehr der USA "zur Kenntnis nehmen". "Die USA bestätigen ihr starkes Bekenntnis zu einem globalen Ansatz, der Treibhausgase verringert, während Wirtschaftswachstum unterstützt und den Bedürfnissen der Energiesicherheit nachgekommen wird."

Treffen mit Erdogan

Trump ist nicht der einzige komplizierte Gesprächspartner für Kanzlerin Merkel als Gastgeberin des G20-Gipfels. Vor Beginn des Gipfels morgen Mittag wird sie auch mit dem türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan zusammenkommen. Der Wunsch nach einem bilateralen Treffen sei von türkischer Seite geäußert worden, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. Das Treffen soll im Anschluss an das Gespräch mit Trump stattfinden.

Der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan. | Bildquelle: AFP
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Der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan.

Die Beziehungen zwischen der Bundesregierung und der Regierung in Ankara sind derzeit massiv belastet, unter anderem wegen der Inhaftierung des deutsch-türkischen Journalisten Deniz Yücel in der Türkei. Zum Ärger Erdogans verweigerte die Bundesregierung ihm zudem einen Redeauftritt vor Landsleuten in Deutschland am Rande des Gipfels.

Merkel wünscht sich vernünftige Beziehungen

"Mir liegt unser gutes Zusammenleben mit türkischstämmigen Menschen hier in Deutschland sehr am Herzen", sagte Merkel in einem vorab veröffentlichten Interview mit der "Zeit". "Ebenso wünsche ich mir vernünftige Beziehungen zur Türkei, auch wenn ich weiß, dass die Probleme sich derzeit auftürmen und wir vieles ganz anders sehen als Präsident Erdogan und seine Regierung."

Merkel sagte, sie sei dazu bereit, immer wieder aufeinander zuzugehen. "Als deutsche Bundeskanzlerin werde ich deswegen aber nicht darauf verzichten, die Freilassung von Deniz Yücel und anderen Journalisten zu fordern, im Gegenteil."

Gespräch über die Ukraine-Krise

Merkel nutzt den Gipfel in Hamburg zudem für weitere bilaterale Gespräche. Außer Trump und Erdogan trifft sie auch den australischen Premierminister Malcolm Turnbull. Darüber hinaus spricht sie mit dem vietnamesischen Präsidenten Tran Dai Quang, der als Vertreter der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft (Apec) teilnimmt.

Mit Russlands Präsident Wladimir Putin und Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron will Merkel zudem am Rande des Gipfels ein Gespräch über die Ukraine-Krise führen.

Zum G20-Gipfel sendet Das Erste heute einen Brennpunkt um 20.15 Uhr nach der Tagesschau.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 06. Juli 2017 um 18:00 Uhr.

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