Kardinal Marx auf der Frühjahrsvollversammlung der deutschen Bischöfe in Kloster Schöntal | Bildquelle: dpa

Kardinal Marx "Kein Flüchtling darf unwürdig behandelt werden"

Stand: 15.02.2016 17:26 Uhr

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, hat die große Koalition in der Flüchtlingskrise zum Zusammenhalt aufgerufen. Das Thema steht im Mittelpunkt des Frühjahrstreffens der katholischen Bischöfe im Kloster Schöntal.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, hat dazu aufgerufen, im Umgang mit Flüchtlingen an humanitären Prinzipien festzuhalten, die Regierung in Berlin forderte er zu mehr Zusammenhalt in der Flüchtlingspolitik auf.

"Kein Flüchtling der europäischen oder deutschen Boden betritt, sollte unwürdig behandelt oder in Gewalt, Verfolgung oder Krieg zurückgeschickt werden dürfen", sagte Marx zum Auftakt der Frühjahrsvollversammlung der deutschen Bischöfe im Kloster Schöntal in Baden-Württemberg.

Katholische Bischofskonferenz fordert humane Flüchtlingspolitik
Tagesschau 17:00 Uhr, 15.02.2016, Kristin Becker, SWR, zzt. Schöntal

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Politik muss Lösung finden

Er habe die große Hoffnung, dass die Politik eine Lösung finde. Marx sagte: "Die Kirche will Teil der Lösung sein", könne aber nicht die politischen Festlegungen treffen. Aufgabe der Kirche sei es, zu Besonnenheit, Nüchternheit und Miteinander in der Gesellschaft aufzurufen und immer wieder Fragen zu stellen.

Angst sollten Menschen nicht vor den Flüchtlingen haben, sondern vor einer Polarisierung der Gesellschaft und einem möglichen Zerfall Europas. Zudem könne die Kirche in ihren Einrichtungen zur Integration beitragen.

Der Umgang mit Flüchtlingen steht im Mittelpunkt der Vollversammlung der Bischöfe, die bis Donnerstag dauern soll. Die Kirchenvertreter wollen mit Politikern und Experten diskutieren und ein Leitbild für die katholische Flüchtlingsarbeit verabschieden. Unter danderem sind Gespräche mit dem bayerischen Innenminister Joachim Herrmann (CSU) und Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) geplant.

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