Lohnungleichheit | Bildquelle: imago/Christian Ohde

Einkommensunterschiede Frauen verdienen 21 Prozent weniger

Stand: 14.03.2017 12:03 Uhr

Frauen haben im vergangenen Jahr im Schnitt 21 Prozent weniger pro Stunde verdient als Männer. Damit wird der Unterschied langsam kleiner. Die Gründe für die Differenz sind vielfältig - nur ein Teil hängt tatsächlich vom Geschlecht ab.

Kurz vor dem "Equal Pay Day" am kommenden Samstag, an dem auf die Gehaltsunterschiede von Männern und Frauen hingewiesen wird, hat das Statistische Bundesamt neue Zahlen zu dem Thema veröffentlicht. Die positive Nachricht: Das sogenannte Gender Pay Gap wird langsam kleiner. Im vergangenen Jahr lag der durchschnittliche Bruttostundenlohn der Frauen mit 16,26 Euro noch um 21 Prozent niedriger als der von Männern mit 20,71 Euro, wie das Bundesamt berichtete. 2015 hatte der Unterschied noch 22 Prozent betragen.

Drei Viertel der Gehaltslücke lassen sich auf strukturelle Gründe zurückführen, wie das Bundesamt erläuterte. Demnach arbeiten Frauen öfters in Teilzeit oder in geringfügiger Beschäftigung. Arbeitnehmer in solchen Beschäftigungsverhältnissen verdienen laut Statistischem Bundesamt im Vergleich grundsätzlich weniger pro Stunde als Menschen in Vollzeitbeschäftigung.

Branche ist auch entscheidend

Außerdem würden Frauen oft in Branchen arbeiten, in denen Arbeitnehmer per se schlechter bezahlt werde - etwa im sozialen Bereich. Männer würden stattdessen oft in besser bezahlten Branchen arbeiten - etwa dem produzierenden Gewerbe. Auch bei den Anforderungen an eine Tätigkeit hinsichtlich Führung und Qualifikation gibt es oft Unterschiede.

Rechnet man all diese Faktoren bei der Berechnung heraus, bleibt eine bereinigte Gehaltslücke von zuletzt sechs Prozent. Das ist die Größenordnung, die Frauen bei vergleichbarer Qualifikation und Tätigkeit weniger verdienen als Männer. Auch diese Zahl ist rückläufig, wird aber nur alle vier Jahre genauer erhoben, zuletzt im Jahr 2014.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 14. März 2017 um 09:45 Uhr in den Nachrichten.

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