Brigitte Zypries | Bildquelle: dpa

Einkommensverteilung Ministerium beklagt "Lohnproblem"

Stand: 22.08.2017 13:05 Uhr

Die Lohnungleichheit in Deutschland verharrt einem Papier des Bundeswirtschaftsministeriums zu Folge auf einem historisch hohen Niveau. Vor allem die Bezieher kleiner und mittlerer Einkommen hätten zu lange nicht vom Aufschwung profitiert.

Ein Blick auf Deutschlands ökonomische Rahmendaten zeigt: Dem Land geht es wirtschaftlich gut. Die Wirtschaft wächst, die Arbeitslosigkeit ist niedrig und auch die Einkommen steigen wieder. Zuletzt durften sich die Deutschen über eine Steigerung der Nominallöhne um 2,3 Prozent freuen. Alles gut also?

Nein, heißt es im Bundeswirtschaftsministerium. Im Haus von Ministerin Brigitte Zypries sieht man die Gefahr, dass die Einkommensschere trotz steigender Löhne immer weiter auseinander geht. Bis 2010 habe die Ungleichheit deutlich zugenommen. Seitdem verharre sie auf einem historisch hohen Niveau, heißt es in einem Ministeriumspapier.

Lohnungleichheit in Deutschland auf historischem Hoch
tagesschau 15:00 Uhr, 22.08.2017, Peter Dalheimer, ARD Berlin

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Fuest: Schlussfolgerung ist "irreführend"

Vor allem die Bezieher kleiner und mittlerer Einkommen hätten vom Wirtschaftswachstum der vergangenen Jahre kaum profitiert. "Im Jahr 2015 waren die realen Bruttolöhne der unteren 40 Prozent zum Teil deutlich niedriger als 1995", heißt es in dem Papier. Trotz zuletzt wieder gestiegener Löhne bestehe Nachholbedarf, zumal die oberen 60 Prozent der Einkommensbezieher teils ausgeprägte Zuwächse verbuchen konnten. Deutschland habe nach wie vor ein "Lohnproblem".

Es ist wohl kein Zufall, dass das Papier kurz vor der Wahl aus dem SPD-geführten Wirtschaftsministerium seinen Weg in die Öffentlichkeit findet. Die Sozialdemokraten haben das Thema soziale Gerechtigkeit zum Kern ihres Wahlkampfs erklärt.

Die Schlussfolgerung des Ministeriums ist umstritten. So schrieb der Ökonom Clemens Fuest kürzlich, die Behauptung, dass die unteren 40 Prozent der Einkommensbezieher von der Entwicklung des Wirtschaftswachstums abgehängt seien, sei "irreführend". Vielmehr sei der Anteil dieser Gruppe an den gesamten verfügbaren Einkommen in Deutschland "weitgehend stabil".

Über dieses Thema berichteten am 22. August 2017 tagesschau24 um 12:30 Uhr in der Wirtschaft und die tagesschau um 15:00 Uhr.

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