Matthias Höhn | Bildquelle: dpa

Höhn vor Rücktritt Linkspartei verliert ihren Parteimanager

Stand: 09.11.2017 19:45 Uhr

Die Grabenkämpfe innerhalb der Linkspartei haben nun auch personelle Konsequenzen: Geschäftsführer und oberster Parteimanager Matthias Höhn will zurücktreten. Ein zentraler Grund sollen Differenzen mit den Vorsitzenden Kipping und Riexinger sein.

Vor dem Hintergrund erheblicher Streitigkeiten bei der Linkspartei tritt Bundesgeschäftsführer Matthias Höhn zurück. "Ich habe zur Kenntnis genommen, dass Matthias Höhn zurücktritt", sagte Fraktionschef Dietmar Bartsch dem Bericht aus Berlin. Ein zentraler Grund für Höhns Schritt sollen Differenzen mit den Vorsitzenden Katja Kipping und Bernd Riexinger sein. Höhn selbst äußerte sich bislang nicht.

Wie aus Parteikreisen verlautete, will Höhn seinen Rücktritt an diesem Freitag erklären. Sein Posten soll bis zur Neuwahl auf einem im kommenden Juni geplanten Parteitag geschäftsführend besetzt werden. Höhn war auch Wahlkampfleiter der Linken.

Machtkampfzwischen Partei und Fraktion

Bereits vor einem Monat hatte es erste Spekulationen über einen Rückzug des Parteimanagers gegeben. Riexinger und Kipping sollen Höhn dafür kritisiert haben, dass er die Fokussierung auf die Spitzenkandidaten Sahra Wagenknecht und Dietmar Bartsch im Wahlkampf unterstützt habe. Zudem sollen sie sich laut Medienberichten daran gestört haben, dass er sie zu wenig gegen Kritik von Ex-Parteichef Oskar Lafontaine, Wagenknechts Ehemann, in Schutz genommen habe. Hinter der Personalie Höhn steckt somit auch der Machtkampf zwischen den Parteichefs sowie Wagenknecht und Bartsch, der mit der Wiederwahl beider an die Fraktionsspitze am 17. Oktober offiziell beigelegt wurde. Auch danach ging der Streit allerdings weiter. Offenbar fürchtete Höhn, zwischen beiden Seiten zerrieben zu werden.

Der 42-Jährige zählt zum Reformerlager der Linkspartei und hat seine Posten seit 2012 inne. Seit der Wahl ist er auch Mitglied im Bundestag. Bartsch sagte: "Ich bedauere seinen Rücktritt, und ich wünsche mir, dass er ein sehr aktives Mitglied meiner Fraktion werden wird."

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 09. November 2017 um 19:00 Uhr.

Darstellung: