Essen liegt in einer Mülltonne. | Bildquelle: dpa

WWF kritisiert Verschwendung Tonnenweise Lebensmittel im Müll

Stand: 20.04.2018 15:37 Uhr

In Deutschland landen laut Berechnungen jährlich 18 Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll. Die Umweltschutzorganisation WWF fordert von der Politik Strategien gegen die Lebensmittelverschwendung.

In Deutschland gehen nach Angaben der Umweltschutzorganisation WWF jährlich 18 Millionen Tonnen Lebensmittel verloren. Das muss nicht sein: Über die Hälfte der Menge wäre nach Angaben der Organisation ohne großen technischen Aufwand vermeidbar.

Laut Berechnungen werden jedes Jahr 2,6 Millionen Hektar Land bewirtschaftet, nur um die angebauten Produkte wieder zu entsorgen. Hinzu kommen nach WWF-Angaben unnötig freigesetzte Treibhausgasemissionen in Höhe von 48 Millionen Tonnen. Die Zahlen stützen sich auf Berechnungen des Instituts für nachhaltige Ernährung der Fachhochschule Münster. Dabei basierten die Angaben zu weggeworfenen Lebensmitteln laut der Organisation auf begründete Annahmen.

WWF kritisiert Lebensmittelverschwendung in Deutschland
tagesschau 17:00 Uhr, 20.04.2018, Griet von Petersdorff, RBB

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WWF kritisiert Politik

Angesichts der Mengen nimmt WWF die Politik in die Pflicht und fordert von der Bundesregierung, bis 2020 eine nationale Strategie gegen Lebensmittelverschwendung zu erstellen. Bislang verpasse es die Bundespolitik, Maßnahmen der Länder zu koordinieren und so gemeinsam zu agieren. "Deutschland hat sich verpflichtet, bis 2030 die Lebensmittelverschwendung zu halbieren", erklärte Jörg-Andreas Krüger vom WWF. "Bisher ist es bei dieser vollmundigen Ankündigung geblieben."

Was die Maßnahmen angeht, bestehen laut dem WWF-Bericht bundesweit deutliche Unterschiede: Die Organisation führte fünf Bundesländer auf, die sie als "Pioniere" im Kampf gegen die Lebensmittelverschwendung bezeichnet. Dazu gehören neben Baden-Württemberg, das die Vermeidung von Lebensmittelabfällen im Abfallwirtschaftsplan verankert habe, und Bayern, das die landesweiten Lebensmittelverluste seit 2012 erhebt und sichtbar macht, auch Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Sachsen.

Nur 40 Prozent der Menge werfen Verbraucher weg

Doch auch diesen "Pionier"-Ländern gelinge es nicht, "das mangelnde und unkonkrete Handeln der Bundespolitik" zu kompensieren, kritisierten die Umweltschützer. Ein schlechtes Zeugnis stellen sie Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen aus, die laut dem Bericht bislang kaum oder erst seit Kurzem aktiv geworden sind.

Ein zusätzliches Problem sei, dass sowohl die Bundesländer als auch der Bund bislang vor allem die Verbraucher in die Pflicht nehmen und mit Aufklärungskampagnen ansprechen, kritisierte WWF-Expertin Tanja Dräger. 60 Prozent der Verluste entstünden jedoch "entlang der Wertschöpfungskette - vom Produzenten bis hin zum Großverbraucher".

Klöckner bekräftigt Ziel

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner hatte erst vor wenigen Tagen noch einmal das Ziel der Bundesregierung bekräftigt, die Lebensmittelverschwendung bis 2030 zu halbieren. Klöckners Ministerium stützt sich dabei auf Zahlen, die die Uni Stuttgart 2012 veröffentlichte: Im Gegensatz zu den vom WWF genannten 18 Millionen Tonnen geht das Landwirtschaftsministerium von elf Millionen Tonnen weggeworfener Lebensmittel aus - allerdings ohne Verluste in der Landwirtschaft.

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