Menschen nehmen an der Demonstration "#ausgehetzt - Gemeinsam gegen die Politik der Angst" teil. | Bildquelle: dpa

Kundgebung in München Zehntausende protestieren gegen Rechtsruck

Stand: 22.07.2018 18:23 Uhr

In München haben Zehntausende unter dem Schlagwort #ausgehetzt gegen eine "Politik der Angst" demonstriert. Ihre Kritik richtet sich auch gegen den aktuellen Kurs der CSU in der Asylpolitik - die widerspricht.

Mehrere Zehntausend Menschen haben in München gegen einen Rechtsruck in der Gesellschaft und in der Politik demonstriert. Unter dem Motto "#ausgehetzt - Gemeinsam gegen die Politik der Angst!" protestierten sie vor allem gegen die Flüchtlingspolitik der CSU.

Veranstalter "wahnsinnig zufrieden"

Die Polizei sprach von ungefähr 25.000 Teilnehmern. Ein Sprecher der Organisatoren berichtete, dass Tausende Menschen zu Beginn der Kundgebung noch in den Nebenstraßen waren und nicht ohne weiteres auf den überfüllten Platz gelangt seien. Die Veranstalter sprachen dann letztlich von insgesamt 50.000 Demonstranten. Man sei "wahnsinnig zufrieden" mit dieser Resonanz, zumal es zeitweise während der Demonstration in Strömen geregnet habe, sagte der Sprecher.

Aufgerufen zu dem Protest hatten rund 130 Organisationen, darunter Gewerkschaften, kirchliche Gruppen und Kulturschaffende. In ihrem Demonstrationsaufruf warfen die Veranstalter namentlich CSU-Chef Horst Seehofer, Bayerns Ministerpräsident Markus Söder und CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt eine "verantwortungslose Politik der Spaltung" vor. Nicht erst durch die AfD würden Hass und Ausgrenzung in der Politik eskalieren. "Wir setzen ein Zeichen gegen den massiven Rechtsruck in der Gesellschaft, den Überwachungsstaat, die Einschränkung unserer Freiheit und Angriffe auf die Menschenrechte."

Manfred Weber von der CSU, Vorsitzender der EVP-Fraktion im Europaparlament. | Bildquelle: AP
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Der CSU-Vorsitzende Manfred Weber wies die Kritik der Demonstranten entschieden zurück.

Weber: "Maßlos und in der Sache falsch"

Die CSU hatte auf den Demonstrationsaufruf kurzfristig mit einer Gegenkampagne reagiert. Sie hängte in der Stadt Plakate auf mit dem Aufdruck: "Ja zum politischen Anstand! Nein zu #ausgehetzt. Bayern lässt sich nicht verhetzen!".

Der stellvertretende CSU-Vorsitzende Manfred Weber wies die Kritik der Demonstranten entschieden zurück. Die Vorwürfe seien "maßlos und in der Sache falsch", sagte der Europapolitiker der Mediengruppe "Straubinger Tagblatt/Landshuter Zeitung". Dass im Wahlkampf viele, vor allem linke Gruppen, auf die Straße gingen sei völlig normal. "Doch wer der CSU Extremismus vorwirft, der schadet der politischen Kultur."

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