Herstellung von Krebsmedikamenten in einem nordrhein-westfälischen Apothekenlabor | Bildquelle: dpa

Deutsche Krebshilfe 50 Millionen für junge Krebsforscher

Stand: 04.07.2018 15:06 Uhr

Sind die Arbeitsbedingungen für Nachwuchs-Krebsforscher so schlecht, dass Probleme drohen? Ja, meint jedenfalls die Deutsche Krebshilfe - und fördert die Jungwissenschaftler mit 50 Millionen Euro.

Mit insgesamt 50 Millionen Euro fördert die Deutsche Krebshilfe in den kommenden fünf Jahren die Arbeit junger Krebsforscher in Deutschland. Das Geld komme medizinischen Fakultäten in Dresden, Frankfurt, Hamburg, Köln/Bonn und Würzburg zugute. Diese hatten sich in einer Ausschreibung durchgesetzt, an der sich 27 der 30 Fakultäten in Deutschland beteiligt hatten.

Die neuen Mildred-Scheel-Nachwuchszentren erhalten demnach pro Jahr je zwei Millionen Euro. Sie sollen "bestmögliche Arbeitsbedingungen" für talentierte junge Wissenschaftler schaffen. Dazu zählt etwa die Vereinbarkeit von Familie und Beruf bei einer Karriere in der Krebsforschung. Hintergrund der Initiative sei ein "eklatanter Mangel" an jungen Wissenschaftlern, erklärte die Organisation. Befürchtet wird demnach, dass sich die Versorgung Krebskranker nur schwer weiterentwickelt.

Die Arbeitsbedingungen seien "enorm verbesserungswürdig" und häufig von Unsicherheit und Unzufriedenheit geprägt, sagte Beiratsmitglied Anja Boßerhoff. Nicht einmal jeder fünfte ärztliche Mitarbeiter in der Hochschulmedizin habe ein unbefristetes Arbeitsverhältnis.

Die Zentren sind nach der Gründerin der Krebshilfe benannt. Die Ärztin Mildred Scheel, Ehefrau des früheren Bundespräsidenten Walter Scheel, war selbst an Krebs erkrankt und starb daran im Jahr 1985.

Auf Spender angewiesen

Die 1974 gegründete Deutsche Krebshilfe ist eine selbstständige Stiftung bürgerlichen Rechts. Sie ist nach eigenen Angaben der wichtigste private Geldgeber auf dem Gebiet der Krebsforschung in Deutschland. Im vergangenen Jahr förderte sie laut eigenen Angaben 136 neue Projekte sowie Programme und Initiativen. Allein 43,9 Millionen Euro flossen demnach in die Grundlagenforschung, die klinische Krebsforschung und die Versorgungsforschung. Laut dem Vorstandsvorsitzenden Gerd Nettekoven betrugen die Einnahmen im Jahre 2017 insgesamt 122,4 Millionen Euro. Große Summen verdankt die Krebshilfe Spendern. Allein aus Erbschaften und Vermächtnissen kamen im Vorjahr 72,8 Millionen Euro, zudem gab es fast 370.000 Einzelspenden.

In Deutschland erkrankt jedes Jahr fast eine halbe Million Menschen neu an Krebs. Nach Schätzungen geht jeder zweite Fall auf einen ungesunden Lebensstil zurück - auf Rauchen, unausgewogene Ernährung, Bewegungsmangel, zu viel Alkohol und zu viel UV-Strahlung.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 04. Juli 2018 um 14:00 Uhr.

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