Gesundheitswesen: Krankenhaus | Bildquelle: dpa

Höhere Kosten für gesetzlich Versicherte Minus bei Krankenkassen lässt Beiträge steigen

Stand: 25.08.2015 17:48 Uhr

Die gesetzlichen Krankenkassen haben im ersten Halbjahr 2015 ein Defizit von fast einer halben Milliarde Euro eingefahren. Das teilte der Spitzenverband der Krankenkassen mit. Ab dem kommenden Jahr steigen deshalb die Versicherungsbeiträge.

Wer gesetzlich krankenversichert ist, muss im kommenden Jahr mit steigenden Beiträgen rechnen. Wie der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherungen erklärte, verzeichneten die gesetzlichen Krankenkassen allein im ersten Halbjahr 2015 ein Defizit von fast einer halben Milliarde Euro.

Demnach hat sich das Defizit bei den Innungskrankenkassen binnen Jahresfrist auf 118 Millionen Euro fast verdoppelt. Mit rund 100 Millionen Euro schnitten die Betriebskrankenkassen ähnlich ab. Bei den Ersatzkassen sei der Fehlbetrag zwar stark geschrumpft, betrage aber immer noch 191 Millionen Euro.

Für das Minus gibt es mehrere Gründe: Gestiegene Arzneimittelkosten, zu viele Praxen in Ballungsräumen und fehlende Investitionen durch die Länder für Krankenhäuser.

Karl Lauterbach, SPD, zu den Defiziten bei den Krankenkassen
ARD-Morgenmagazin, 26.08.2015

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Erhöhung bei 0,3 Prozenpunkten

Zwar verfügen die Krankenkassen über Reserven, diese sind jedoch sehr ungleich verteilt. Das heißt, es gibt Kassen, die die Beiträge gar nicht oder nur wenig anheben müssen, andere hingegen werden deutlich reagieren müssen. Im Mittel rechnet der Spitzenverband ab 2016 mit einem Beitragsplus von bis zu 0,3 Prozentpunkten. Bei einem monatlichen Brutto-Einkommen von 3000 Euro sind das rund neun Euro mehr. In den kommenden Jahren werde dieser Trend anhalten, heißt es beim Spitzenverband GKV.

Die Steigerungen treffen die Versicherten voll. Denn nur bis zur Grenze von 14,6 Prozent teilen sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer die Beitragssätze. Alles über diesem Wert muss der Arbeitnehmer zahlen - im Schnitt sind das derzeit 0,9 Prozentpunkte.

Der Gesundheitsexperte und SPD-Bundestagsabgeordnete Karl Lauterbach forderte, dass künftige Steigerungen von Arbeitgebern und Arbeitnehmern gleichermaßen getragen werden sollten: "Diese Forderung muss man zu einem Zeitpunkt stellen, wo der Beitragssatzanstieg zu erwarten ist, aber noch nicht da ist. Es ist einfach klar, dass die Belastung, die jetzt kommt, von den Arbeitnehmern alleine nicht getragen werden kann. Das ist unverhältnismäßig."

Krankenkassenbeiträge könnten im kommenden Jahr steigen
C. Prössl, ARD Berlin
25.08.2015 15:50 Uhr

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Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 25. August 2015 um 09:30 Uhr.

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